Hennef blickt dem demografischen Wandel ins Auge

Datum: 26.02.2008, 15:16 Uhr  |  Alle: Anträge | Termine | Pressemitteilungen

Hennef ist zwar eine junge Stadt mit einem Durchschnittsalter von 39 Jahren, aber auch hier hinterlässt der demografische Wandel seine Spuren. In 15 Jahren wird der Altersdurchschnitt voraussichtlich auf 44 Jahre steigen. In jedem Fall: Die Lebenserwartung steigt, der Anteil der Älteren in der Bevölkerung nimmt zu – und die Politik muss sich darauf einstellen.

In die Seniorenresidenz Kurhaus am Park luden deshalb die Vereinigungen in der CDU (Frauen-Union, Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft, Junge Union, Senioren Union sowie Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung) zu einer Podiumsveranstaltung ein. Bürgermeister Klaus Pipke, die ehemalige Leiterin des Helenenstifts, Veronika Klinke, Jugendamtsleiter Jonny Hoffmann, Horst Peters vom Hennefer Kinderschutzbund sowie Gertraud Wittmer, Leiterin der Stabsstelle Stadtentwicklung, standen Rede und Antwort. Zuvor führten Claudia Wiemann und Regina Osterhaus-Ehm in das Thema ein. Sie beschrieben die gesellschaftlichen Trends und ihre zu erwartenden Auswirkungen auf unsere Stadt. Kurz zusammengefasst lautete ihre Botschaft: „Wir werden weniger, älter und bunter“. Bundesweit wird die Bevölkerung von derzeit 82,3 Mio. auf 70 Mio. im Jahr 2050 schrumpfen. In Hennef ist der Trend gegenläufig: Der Bevölkerungszuwachs (1985: 30.100 Einwohner; 2007: 45.500 Einwohner) wird sich verlangsamen. Für das Jahr 2020 wird in Prognosen mit 50.000 Einwohnern gerechnet. Aber die Haushalte werden kleiner. In Zukunft werden mehr Wohnungen für Singles benötigt. Einfamilienhäuser können – je nach Lage – an Wert verlieren. Deshalb der Rat von Veronika Klinke: Beim Kauf und bei der Einrichtung eines Hauses oder einer Wohnung sollen sich die Erwerber fragen, ob sie darin alt werden können. Barrierefreiheit, breite Türen, ein Aufzug – das seien die wichtigsten Merkmale für ein gutes Wohnen im Alter. Veronika Klinke wies darauf hin, dass Hennef zwar über vier Seniorenheime verfüge, die weitaus größte Zahl der Senioren würde aber selbstbestimmt und nur mit geringen Hilfen in ihren eigenen vier Wänden leben, sogar über das 80. Lebensjahr hinaus. Ein Umzug im Alter bedeute meist das Herausreißen aus gewachsenen Strukturen und das Eingewöhnen in eine neue Umgebung.

Bei allem Engagement für die Senioren wird in der Hennefer Politik die Attraktivität der Stadt für Familien weiter gepflegt. Jugendamtsleiter Jonny Hoffmann wies darauf hin, dass die Stadt im Sommer die Trägerschaft fünf katholischer Kindergärten übernehme. Und im Gegensatz zu anderen Kommunen würden in Hennef die Elternbeiträge nicht erhöht. Außerdem verfüge die Stadt inzwischen über 68 Spiel- und Bolzplätze.

„Manchmal ist die Politik schneller als der Markt“, berichtete Bürgermeister Klaus Pipke. Im jüngsten Neubaugebiet am Siegbogen habe man bereits Angebote für ein Wohnen mit mehreren Generationen geplant – die Nachfrage war noch zu gering. Dafür würden andere Maßnahmen getroffen, die in reinen Wohngebieten aus rechtlichen Gründen nachträglich kaum möglich wären, berichtete Gertraud Wittmer: Die Einplanung von Nutzungsmöglichkeiten außerhalb reinen Wohnens – für Arztpraxen, Bäckerläden und dergleichen, damit ältere Leute Infrastruktur nicht nur in der Innenstadt vorfinden.

Wie praxisnah diese Thema ist, zeigte die Diskussion über den Wegzug des Petz-Marktes. Der Betreiber sehe keine Zukuft wegen der Lage des bisherigen Standortes, berichtete Bürgermeister Klaus Pipke, der sich bereits eingeschaltet hat, um einen neuen Anbieter zu finden. Weder ein anderer Supermarkt noch ein Bäcker seien bereit gewesen, an diesen Standort zu gehen, berichtete er. Nun will er versuchen, eine Bestellversorgung aufzubauen. Der Hennefer CDU-Vorsitzende Thomas Wallau wies auf den Antrag seiner Fraktion im Rat hin, den Hennefer Seniorenplan zu aktualisieren. Auf Antrag der CDU war er vor sieben Jahren erstmals erstellt worden.

Dies war auch das Ergebnis der Veranstaltung: Es geschieht viel Gutes in Hennef, da waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Aber es gibt ständig neue Herausforderungen, und die Politik bleibt dran!


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