Jung, Katholisch und bald Priester

Datum: 28.03.2019  |  Alle Einträge zum Thema

Henrik Land bei JU im Gespraech

JU im Gespräch zum Verhältnis von Jugend und Kath. Kirche

Im Rahmen von „JU im Gespräch“ konnten wir den jungen Diakon von Sankt Simon und Judas, Henrik Land, begrüßen. Er sprach offen über seinen bisherigen Lebensweg, der ihn schließlich im Sommer bis zur Weihe zum katholischen Priester führen wird. Aufgewachsen in einer Familie, die selbst nicht streng katholisch war, fand er über den kirchlichen Kindergarten und die Messdiener zum Glauben. Erst fuhr er selbst mit auf Ferienfreizeiten, bevor er selbst Jugendleiter wurde. Mit 17 Jahren fragte ihn sein örtlicher Pastor zum ersten Mal, ob er seine Begabung nicht zum Beruf machen und Priester werden wollte.

Henrik Land beschrieb eindrücklich, wie er die Lebensentscheidung für das Priestertum immer wieder reflektierte und sich lange nicht sicher war, ob er den richtigen Weg einschlägt. Gestärkt hat ihn vor allem die Verwurzelung in seiner Heimatgemeinde mit vielen unterschiedlichen Charakteren unter den Messdienern und einem authentischen Pfarrer. Das Studium in Bonn und Regensburg nutzte er auch für ein Praktikum bei einem Seelsorger im Gefängnis, in der Hilfe für AIDS-Kranke und Drogensüchtige.

In der Diskussion stellten die JU-Mitglieder auch kontroverse Fragen, mit denen sich die Katholische Kirche derzeit konfrontiert sieht. „Dass die Gefahr besteht, dass das Priesteramt auch ungeeignete Männer anzieht, muss der Kirche bewusst werden. Eine genauere Prüfung während des Studiums, sowie Offenheit und Klarheit bei Verdachtsfällen für Missbrauch sollten selbstverständlich sein!“, so Land.

Der Frage nach dem Zölibat begegnete Henrik Land mit einem Schmunzeln: „In welchem Gespräch frage man denn sein Gegenüber zuerst nach seinem Sexualleben?“ Doch habe er natürlich viel Verständnis für die Frage, denn hieran stoßen sich wahrscheinlich die meisten Priesteranwärter, die aufhören: „Ich hatte viele tolle Kommilitonen, die Gemeinden bereichert hätten. Aber ein Leben ohne Partnerin und Familie erscheint vielen dann doch als nicht lebenswert genug und zu einsam.“ Hier wünscht er sich von der Katholischen Kirche ein Überdenken der bestehenden Dogmen, auch mit Blick auf die späte Einführung des Zölibats im 12. Jahrhundert.

Zum Abschluss betonte er, dass die Kirche nur dann attraktiver für Jugendliche sein könne, wenn sie wieder das in den Mittelpunkt stellen würde, was wirklich wichtig ist. Die Sexualmoral sei nicht der Kern des Glaubens, sondern die zentralen Lebensfragen von dem Beginn des Lebens, über seine Höhen und Tiefen bis zum Tod. Als angehender Priester freue er sich darauf, die Menschen von glücklichen Momenten wie Taufe und Trauung, bis zu den traurigen Momenten wie dem Tod zu begleiten.

"Wir freuen uns immer wieder Hennefer Persönlichkeiten bei uns zu begrüßen, um in lockerer Runde zu diskutieren!", so Christoph Laudan, Vorsitzender der Hennefer JU.


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