Nachhaltige Mobilität für Hennef

Datum: 11.06.2019  |  Alle Einträge zum Thema

Symbolbild Busbahnhof Hennef

Vom Zentrum bis in die Dörfer und wieder zurück

Gleich sieben Anträge reichte die CDU-Fraktion im Juni bei Bürgermeister Klaus Pipke mit der Bitte um Weiterleitung an die jeweils zuständigen Ausschüsse ein. Im Vordergrund steht dabei die Erstellung und Umsetzung eines gesamtstädtischen Mobilitätskonzeptes - nicht nur im Sinne von Klima- und Umweltschutz, sondern auch unter Sicherheitsaspekten, Flexibilität und Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer. An den Anträgen wurde bereits lange vor der Europawahl gearbeitet, betont CDU-Vorsitzender Thomas Wallau, derartige Konzepte zu entwickeln bräuchte Zeit und ihnen gingen kontroverse Diskussionen in vielen Sitzungen voraus.

Ohnehin müsse man viel transparenter darstellen, was bereits in den vergangenen Jahren für Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Stadt umgesetzt wurde, sagte der Vorsitzende der CDU. So hat die Stadt Hennef in den letzten Jahren sukzessive auf Ökostrom umgestellt, seit dem 01.01.2019 liegt der Bezug der Stadtverwaltung bei 100 Prozent. Hennef kann zudem ein Kommunales Klimaschutzkonzept, das der Stadtrat 2016 beschlossen hat, vorweisen, eine Klimaschutzbeauftragte gibt es seit anderthalb Jahren und die lokale Agenda 21 wurde bereits 2003 gegründet. Die Stadt implementiere außerdem zunehmend E-Ladesäulen, stelle den städtischen Fuhrpark mehr und mehr auf PKWs mit Hybrid- oder Elektroantrieb um, rüste auf LEDs in Schulen, öffentlichen Gebäuden und Sportstätten um und jeder Gast im Rathaus erhalte bereits seit langem Fairtrade-Kaffee - alles kleine Schritte in die richtige Richtung, erklärt Wallau, aber eben nicht erst seit gestern hier ein wesentliches Thema.

So bezieht sich einer der Anträge auf die geplante Fassadensanierung des Städtischen Gymnasiums (SGH). Hier sei zu prüfen, ob in diesem Zuge nicht auch hinsichtlich Heizung, Belüftung und Beleuchtung Optimierungsbedarf bestehe und die Realisierung eines „klimaneutralen“ Gymnasiums möglich wäre, erklärt Dr. Hedi Roos-Schumacher, stellv. CDU-Fraktionsvorsitzende.

Aktuell macht sich die CDU-Fraktion vor allem für ein gesamtstädtisches Mobilitätskonzept stark. Um Wohn- und Lebensqualität vor allem auch in den rund 100 Dörfern nachhaltig zu erhöhen, die Infrastruktur sowie den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dahingehend zu optimieren und die Bedürfnisse hinsichtlich der Mobilität zu ermitteln, beantragt sie im Haushalt 2020 100.000 Euro für die Beauftragung eines externen Fachbüros, das sich mit all diesen Facetten ganzheitlich und unter Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer zielführend befasst. „Wir müssen alles strukturiert zusammenfassen, nicht immer nur an jeder Ecke ein bisschen umsetzen.“, sagt Roos-Schumacher. „Wir brauchen Fachleute, die uns sagen, was geht, uns positive Möglichkeiten aufzeigen.“

Flexibler mobil sein, unter diesem Aspekt steht ein weiterer Antrag, der alle Bushaltestellen im Hennefer Stadtgebiet zukünftig als Anrufsammeltaxi-Haltepunkte (AST) ausweisen soll. „Gerade an den Wochenenden oder abends kommen die Menschen nur eingeschränkt oder gar nicht mit dem ÖPNV auf die Dörfer oder in die Stadt.“, erläutert Ralf Offergeld, Fraktionsvorsitzender der CDU-Hennef. „Wir wollen prüfen lassen, ob so eine Umstellung möglich und kostentechnisch umsetzbar ist, sagt der Fraktionsvorsitzende. Wichtig wäre eine derartige Neuerung gerade auch für die Jugendlichen, die nicht im Stadtzentrum wohnen. „Es sollte mit dem Kreis nochmals geklärt werden, ob es nicht möglich ist, dass man mit einem Schüler-, Azubi- oder Studententicket AST für 1 Euro pro Fahrt nutzen kann.“, so Offergeld. Dies sei nicht nur für die Eltern eine fahrtechnische Entlastung, auch der Sicherheitsaspekt für die Jugendlichen sei nicht von der Hand zu weisen.

Eine Schnellbuslinie, die die drei Haltepunkte Hennef - Uckerath - Mendt für Pendler, die auf dieser Strecke zunehmend mehr werden, verbindet, damit der Individualverkehr mit eigenen PKWs nicht noch weiter steigt, solle ebenfalls geprüft werden.

Bei allen Planungen hinsichtlich Verkehr aber auch beim Erschließen neuer Wohngebiete macht die CDU Hennef ebenso einen Schritt in Richtung ganzheitlicher Betrachtungsweise, die auch ökologisch gesehen notwendig erscheint; denn sie beantragt die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer - ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder dem ÖPNV.

Einen Gang zurückschalten sieht der Antrag auf „Tempo 30“ im Innenstadtbereich vor. „Um Kritikern gleich zuvorzukommen...“, sagt Dr. Roos-Schumacher, „Ja, wir haben in den vergangenen Jahren einen derartigen Antrag 2014 und 2016 abgelehnt, weil wir rechtlich so beraten wurden.“ „Aber da das jetzt offensichtlich in anderen Kommunen möglich ist, wollen wir die Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 auch für die Hennefer Innenstadt.“, erklärt Offergeld. Und dieses nicht nur versuchsweise und nur auf der Frankfurter Straße, sondern auch auf der Beethoven-, Linden-, Mozart- und Bahnhofstraße. Für Radfahrer, Fußgänger und Schulkinder gäbe diese Entwicklung ein erhöhtes Sicherheitsgefühl und für Anwohner bedeutet es eine geringere Lärmbelästigung, auch oder vor allem nachts.


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