Hallo Daniela Breiden! Lebensraum Schule für die ganz Kleinen

Datum: 01.11.2009  |  Alle Einträge zum Thema

Frau Breiden, Sie sind Gruppenleiterin in einer Offenen Ganztagsschule...

... Was bestimmt den Nachmittag der Grundschüler während der Woche in der Schule?

Ein hoher Zeitanteil des Nachmittags wird bereits schon im Grundschulbereich durch die Hausaufgaben bestimmt. Hierbei ist mir und meinen Kollegen ein stetiger Austausch zwischen Schule, Offener Ganztagsschule (OGS) und Elternhaus sehr wichtig. Dies sehe ich daher auch als besondern Vorteil der OGS; Schwierigkeiten fallen eher auf, Fördermöglichkeiten in Schule und Elternhaus können auf dem „kleinen Dienstweg“ relativ schnell besprochen werden.

Einen weiteren großen zeitlichen Platz nehmen die angebotenen Freizeitaktivitäten (AGs) ein. Hier wird ein breit gefächertes Angebot organisiert; neben musischen Angeboten gibt es sportliche Aktivitäten, die Kinder werden spielerisch an Fremdsprachen herangeführt, gesunde Ernährung in Form eines Kochkurses ist fester Bestandteil in der OGS. Es wird viel gebastelt und gewerkelt. Viele Aktivitäten, die augenscheinlich für die Kinder nur Spiel und Spaß bedeuten (z.B. die Zirkus-AG und das Leseland), dienen der Förderung in den Bereichen Grob- u. Feinmotorik, der Koordination, der Konzentration sowie des Lesenlernens.

Das allerschönste Kompliment der Kinder an mich als Betreuerin ist, wenn das Kind nicht direkt mit den Eltern nach Hause gehen möchte, weil es sich bei uns wohl fühlt und gerne bei uns ist.

Welche Chancen und Schwierigkeiten begegnen Ihnen beim Offenen Ganztag?

Eine wichtige Chance wurde bereits in der ersten Frage beantwortet. In einer OGS haben die Kinder die Möglichkeit, an den verschiedensten Freizeitaktivitäten teilzunehmen, und dies ohne Aufpreis. Dies ermöglicht vielen Eltern, ihre Kinder sportlich und musisch fördern zu können, auch wenn die finanziellen Mittel im Elternhaus knapp sind.

Zudem wird das soziale Miteinander, die gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfe in der OGS stärker gefördert, als dies morgens im Klassenverband möglich sein kann. Durch unseren offenen Umgang mit dem Elternhaus erfahren wir als Betreuer viele Informationen über das Kind eher, als dies die Lehrer erfahren, da bei uns die Hemmschwelle vieler Eltern wesentlich kleiner ist.

Schwierigkeiten im Offenen Ganztag treten insbesondere durch das recht knapp bemessene Personal und die damit verbundenen Kosten auf. Hier erscheint es mir wichtig, gut ausgebildetes, gut bezahltes Personal einzusetzen, um den Ansprüchen der Eltern und der Politik an den Offenen Ganztag gerecht zu werden. Man sollte hier nicht auf Kosten der Kinder sparen. Ein knapper Personalschlüssel ist vor allem dadurch bedenklich, dass sich heute viel mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf im Offenen Ganztag aufhalten, als noch vor einigen Jahren. Der Personalschlüssel wurde allerdings dieser neuen Situation noch nicht ausreichend angepasst.

Problematisch sehe ich zudem, dass trotz der wachsenden Anzahl an betreuten Kindern die räumlichen Gegebenheiten oft nicht entsprechend angepasst werden können (sowohl finanziell als auch baulich bedingt).

Welches Anliegen ist Ihnen politisch wichtig, um den Offenen Ganztag weiterhin zu optimieren?

Hier kann ich eine recht kurze Antwort geben: Ich möchte, dass für jedes Kind - egal, aus welchen Gründen die Eltern nachmittags eine Betreuung benötigen - ein Platz in einer Offenen Ganztagsschule zur Verfügung steht. Ähnlich dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, sollte es einen Rechtsanspruch auf Betreuung im Grundschulbereich geben.

 

Die Fragen stellte Monika Grünewald.

Daniela Breiden ist Stellvertreterin von Ralf Offergeld im Wahlkreis Hennef-Zentrum. Die verheiratete Mutter dreier Kinder ist OGS-Gruppenleiterin in einer auswärtigen Grundschule. Sie ist sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss. Seit 2006 gehört sie der CDU Fraktion in Hennef an.

Daniela Breiden ist Stellvertreterin von Ralf Offergeld im Wahlkreis Hennef-Zentrum. Die verheiratete Mutter dreier Kinder ist OGS-Gruppenleiterin in einer auswärtigen Grundschule. Sie ist sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss. Seit 2006 gehört sie der CDU Fraktion in Hennef an.


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