Nach einer zurückliegenden Woche mit Regen und kühlen Temperaturen schossen die Temperaturen am 18. Juni  über 30 Grad und leiteten eine Hitzewelle ein. Trotz der bevorstehenden Hitze machten sich 35 gut gelaunte Seniorinnen und Senioren auf den Weg zu Schloss Burg an der Wupper und zum Altenberger Dom. Es ging darum, die Spuren der Grafen von Berg zu verfolgen, die jahrhundertelang über das nach ihnen benannte Bergische Land herrschten.

Nach etwa einstündiger Busfahrt war das Ziel erreicht. Die mächtige Burganlage liegt auf einem Bergsporn, auf drei Seiten abfallend, leicht zu verteidigen, nur die vierte Seite musste gesichert werden.  Für heutige Besucher bietet die exponierte Lage einen wunderbaren Blick auf die Umgebung. Seit dem 12. Jahrhundert war die Burg eines der Machtzentren der Grafen und späteren Herzöge von Berg. Aus der legendären  Schlacht von Worringen 1288 ging der damalige Graf von Berg siegreich hervor und setzte seinen Gegner den Erzbischof von Köln auf genau dieser Burg fest. Erst nach Zugeständnissen und Lösegeld kam dieser nach 13 Monaten frei.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Burg, bis schließlich nur noch Grundmauern übrig waren. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wagte man den Wiederaufbau. Die Gründung des Schlossbauvereins, die Spenden vieler Bürger und finanzkräftiger bergischer Fabrikanten und schließlich eine Finanzspritze von Kaiser Wilhelm II machten die aufwendigen Aufbauarbeiten möglich.

Die letzten Renovierungs- und  Umgestaltungsarbeiten fanden von 2013 bis 2025  statt. Das Ergebnis konnten wir nun bestaunen. Die Führung ging durch die Historischen Räume, die vor ca. 120 Jahren rekonstruiert wurden. Im Museum gibt es eine neue Ausstellung, in der markante Grafengestalten, von Schauspielern auf lebensgroßen Bildschirmen dargestellt,  ihre Geschichte erzählen. Auch scherenschnittartige Filme zu historischen Ereignissen können angewählt werden. Interessant, aber Fans der „alten“ Burg vermissen die alten Exponate aus der Ritterzeit.

Eine kurze Fahrt brachte uns zu unserem nächsten Ziel: der Biergarten des Restaurants Wißkirchen in der Nähe des Altenberger Doms. Unter Sonnenschirmen fanden wir Schutz vor der nun glühenden Sonne und konnten das leckere Essen genießen.

Danach brachte uns der Bus zum Altenberger Dom. In der Kühle der Kathedrale, die im gotischen Stil wieder aufgebaut wurde, konnte man die beeindruckende Architektur und die farbliche Ausgestaltung auf sich wirken lassen. Der Dom war eine Gründung der Grafen von Berg und Grablege vieler ihrer Toten. Kaum zu glauben, dass auch dieses sakrale Bauwerk im 19. Jahrhundert eine Ruine war. Auch diesmal trug das preußische Königshaus entscheidend zur Finanzierung des Aufbaus bei, allerdings unter der Bedingung, dass der Dom durch beide Konfessionen genutzt werden muss. Das ist bis heute so geblieben.

Wie auf der Hinfahrt war nun auf der Rückfahrt der Stau auf der Gegenseite und so erreichten wir Hennef ohne Verzögerung.

Text: Ev Kreienbruch Fotos: Heinz-Jürgen Leidolf