Christoph Laudan, der Vorsitzende der CDA Hennef und Ursula Leidolf, die Vorsitzende der Senioren Union Hennef luden am Montag, dem 18. Mai 2026 zu einer gemeinsamen Info- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Private & öffentliche Krisen-Notfallvorsorge“ ins Generationenhaus Hennef ein, ein wichtiges Thema, das lange Zeit, besonders nach dem Ende des „Kalten Krieges“ aus dem Blickwinkel nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch der Politik geraten ist. Man glaubte sich in Deutschland nur noch von Freunden umgeben und setzte auf gut nachbarschaftliche Beziehungen und dauerhaften Frieden. Als Konsequenz wurde sowohl die militärische als auch die zivile Verteidigung, zu der die Krisen-Notfallvorsorge gehört, stark zurückgefahren.

Wie falsch diese Einschätzung war, erfahren wir derzeit im Hinblick auf die weltpolitische Lage. Ein aggressives Russland und ein US-Präsident, der die Sicherheitsgarantien der USA für NATO und Europa immer häufiger in Frage stellt, haben dazu geführt, dass sich die Sicherheitslage für Europa dramatisch verändert hat und Krieg in Europa wieder denkbar wird.
Es gilt daher, sich auf Krisen und Notfälle vorzubereiten. Wie nah diese Ereignisse sind und wie stark sie in unser Leben eingreifen können, sehen wir nahezu täglich in Form von russischen Cyberangriffen und Sabotageakten auf wichtige zivile Infrastruktur. Aber auch andere Ereignisse, wie z.B. der Starkregen in Hennef, die Überschwemmung an der Ahr oder der tagelange Stromausfall in Berlin machen deutlich, wie verwundbar unsere moderne Gesellschaft geworden ist. Referent des Abends war der Leiter des „Amtes für Ordnungsverwaltung, Bürgerzentrum, Zivil- und Bevölkerungsschutz Stadt Hennef“, Herr Jochen Breuer.

Herr Laudan begrüßte die Zuhörer, dankte ihnen für ihr Kommen und stellte anschließend den Referenten, Herrn Breuer vor, als einen kompetenten und engagierten Sachwalter für den Zivil- und Bevölkerungsschutz im kommunalen und persönlichen Bereich.
Der Zufall wollte es, dass am gleichen Tag die Bundesregierung ein Paket von 10 Mrd. EURO für die Verbesserung der materiellen und personellen Ausstattung des Zivil- und Bevölkerungsschutzes auf den Weg gebracht hat, was die Bedeutung und Aktualität dieses Themas noch einmal mehr als deutlich unterstreicht.
Am Anfang seiner Ausführungen informierte Herr Breuer über Organisation und Zuständigkeiten des Zivilschutzes in Deutschland. Ausgehend vom Grundgesetz Art. 73 liegt die ausschließliche (Gesetzgebungs-) Kompetenz für den Zivilschutz beim Bund und umfasst den Schutz der Zivilbevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren im Verteidigungsfall. Im Frieden und bei alltäglichen Gefahrenlagen, also beim Katastrophenschutz, liegt die Zuständigkeit bei den Ländern als oberster Katastrophenschutz-Behörde. Den Unterbau bilden die Kreise und kreisfreien Städte als untere Katastrophenschutzbehörde, die Kommunen als Gefahrenabwehrbehörde und schließlich die einzelne Person im Rahmen des Selbstschutzes.
Im Folgenden legte Herr Breuer den Schwerpunkt seines Vortrages auf die letzten beiden Säulen: Was kann die Kommune, was kann der Einzelne tun, um in Notfällen resilienter zu werden? Mit vielen Beispielen aus seiner beruflichen Praxis und durchaus launiger Vortragsweise arbeitete er sich mit anschaulichen Grafiken und Video Clips durch die sehr unterschiedlichen Krisen- und Notfallszenarien durch und machte deutlich, welche vorsorgliche Maßnahmen, die hier nicht im Detail genannt werden können, notwendig und geeignet sind, diesen Szenarien entgegenzuwirken. Herr Breuer konnte so die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewinnen und deren Interesse für diese Thematik wecken.

Vieles hängt in der heutigen Zeit von jederzeit verfügbarer Energie ab. Krankenhäuser, Internet und Mobilfunk, Zahlungsverkehr, Kühlung, Kochen, Waschen, Wärme, Licht, TV und Radio sind einige Beispiele, die ohne Strom nicht laufen.
Für all das kann die Kommune, aber in erster Linie auch der Einzelne vorsorgen. Die in der Vergangenheit oftmals belächelten „Prepper“ hatten in dieser Hinsicht gar nicht so unrecht. Stichwort ist hier in erster Linie die Vorratshaltung: Haltbare Lebensmittel, ausreichend Trinkwasser, Hausapotheke (besonders lebenswichtige Medikamente), jeweils für mehrere Tage, aber auch technische Geräte, wie Gaskocher, Kurbelradio, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Powerbank, Kerzen etc. und ggf. Futter für das Haustier. Bargeld und eine Metallkassette für wichtige Dokumente und Versicherungs-Policen sollten ebenfalls im Notfallpaket enthalten sein. Der Tipp von Herrn Breuer war ebenso eindeutig, wie eindringlich: „Fangen Sie an – Sie müssen sich nicht sofort ein Super-Notfall-Paket zusammenstellen – Sie können das nach und nach tun – Aber fangen Sie an.“ Die Broschüren des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe leisten mit einer Checkliste wertvolle Hilfe bei der Zusammenstellung eines persönlichen Notfallpakets.
Die Zuhörerschaft war sehr erstaunt, als Herr Breuer über eine Vielzahl konkreter Maßnahmen berichtete, die die Stadt Hennef bereits getroffen bzw. in die Wege geleitet hat. U.a. hat die Verwaltung acht sog. Leuchttürme geschaffen, Anlaufstellen für die Bevölkerung im Notfall, wenn „gar nichts mehr geht“. Dies ist in der Bevölkerung weitgehend unbekannt und sollte von der Stadtverwaltung zum Anlass genommen werden, breiter und besser über den Notfall-Katastrophenschutz zu informieren.
Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte Frau Regina Osterhaus-Ehm, Mitglied im Vorstand der CDA und Senioren Union Hennef, die sich seit langem mit dem Thema der Krisen-Notfallvorsorge beschäftigt, dass es keines großen Aufwandes bedarf, sich ein Notfallpaket zusammenzustellen. Sie hatte einige Artikel aus ihrem persönlichen Notfallpaket (bestehend aus drei Plastikboxen) mitgebracht und zur Besichtigung ausgelegt. Natürlich hatte Sie auch zu jedem Teil eine Erklärung und weitere ergänzende Tipps bereit. Besonders betonte Sie noch einmal die Notwendigkeit, lebenswichtige Medikamente vorzuhalten und wies darauf hin, dass ein Notfallpaket nicht für Jahre „in die Ecke“ gestellt werden dürfe, sondern Lebensmitteln oder Medikamenten regelmäßig auf etwaige Verfallsdaten überprüft und ggf. ausgetauscht werden müssen.
Abschließend dankte Herr Laudan dem Referenten Herrn Breuer für seine Ausführungen und betonte, dass die Diskussion und die Gespräche nach dem Vortrag gezeigt haben, wie wichtig das Thema ist, zunehmend an Bedeutung gewinnt und im Zuhörerkreis sicher zum Nachdenken angeregt hat.
