Private & öffentliche Krisen-Notfallvorsorge – Was können Stadt und Bürger tun?

31. Mai 2026 in SU

Christoph Laudan, der Vorsitzende der CDA Hennef und Ursula Leidolf, die Vorsitzende der Senioren Union Hennef luden am Montag, dem 18. Mai 2026 zu einer gemeinsamen Info- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Private & öffentliche Krisen-Notfallvorsorge“ ins Generationenhaus Hennef ein, ein wichtiges Thema, das lange Zeit, besonders nach dem Ende des „Kalten Krieges“ aus dem Blickwinkel nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch der Politik geraten ist. Man glaubte sich in Deutschland nur noch von Freunden umgeben und setzte auf gut nachbarschaftliche Beziehungen und dauerhaften Frieden. Als Konsequenz wurde sowohl die militärische als auch die zivile Verteidigung, zu der die Krisen-Notfallvorsorge gehört, stark zurückgefahren.

Wie falsch diese Einschätzung war, erfahren wir derzeit im Hinblick auf die weltpolitische Lage. Ein aggressives Russland und ein US-Präsident, der die Sicherheitsgarantien der USA für NATO und Europa immer häufiger in Frage stellt, haben dazu geführt, dass sich die Sicherheitslage für Europa dramatisch verändert hat und Krieg in Europa wieder denkbar wird.

Es gilt daher, sich auf Krisen und Notfälle vorzubereiten. Wie nah diese Ereignisse sind und wie stark sie in unser Leben eingreifen können, sehen wir nahezu täglich in Form von russischen Cyberangriffen und Sabotageakten auf wichtige zivile Infrastruktur. Aber auch andere Ereignisse, wie z.B. der Starkregen in Hennef, die Überschwemmung an der Ahr oder der tagelange Stromausfall in Berlin machen deutlich, wie verwundbar unsere moderne Gesellschaft geworden ist. Referent des Abends war der Leiter des „Amtes für Ordnungsverwaltung, Bürgerzentrum, Zivil- und Bevölkerungsschutz Stadt Hennef“, Herr Jochen Breuer.

Herr Laudan begrüßte die Zuhörer, dankte ihnen für ihr Kommen und stellte anschließend den Referenten, Herrn Breuer vor, als einen kompetenten und engagierten Sachwalter für den Zivil- und Bevölkerungsschutz im kommunalen und persönlichen Bereich.

Der Zufall wollte es, dass am gleichen Tag die Bundesregierung ein Paket von 10 Mrd. EURO für die Verbesserung der materiellen und personellen Ausstattung des Zivil- und Bevölkerungsschutzes auf den Weg gebracht hat, was die Bedeutung und Aktualität dieses Themas noch einmal mehr als deutlich unterstreicht.
Am Anfang seiner Ausführungen informierte Herr Breuer über Organisation und Zuständigkeiten des Zivilschutzes in Deutschland. Ausgehend vom Grundgesetz Art. 73 liegt die ausschließliche (Gesetzgebungs-) Kompetenz für den Zivilschutz beim Bund und umfasst den Schutz der Zivilbevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren im Verteidigungsfall. Im Frieden und bei alltäglichen Gefahrenlagen, also beim Katastrophenschutz, liegt die Zuständigkeit bei den Ländern als oberster Katastrophenschutz-Behörde. Den Unterbau bilden die Kreise und kreisfreien Städte als untere Katastrophenschutzbehörde, die Kommunen als Gefahrenabwehrbehörde und schließlich die einzelne Person im Rahmen des Selbstschutzes.

Im Folgenden legte Herr Breuer den Schwerpunkt seines Vortrages auf die letzten beiden Säulen: Was kann die Kommune, was kann der Einzelne tun, um in Notfällen resilienter zu werden? Mit vielen Beispielen aus seiner beruflichen Praxis und durchaus launiger Vortragsweise arbeitete er sich mit anschaulichen Grafiken und Video Clips durch die sehr unterschiedlichen Krisen- und Notfallszenarien durch und machte deutlich, welche vorsorgliche Maßnahmen, die hier nicht im Detail genannt werden können, notwendig und geeignet sind, diesen Szenarien entgegenzuwirken. Herr Breuer konnte so die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewinnen und deren Interesse für diese Thematik wecken.

Vieles hängt in der heutigen Zeit von jederzeit verfügbarer Energie ab. Krankenhäuser, Internet und Mobilfunk, Zahlungsverkehr, Kühlung, Kochen, Waschen, Wärme, Licht, TV und Radio sind einige Beispiele, die ohne Strom nicht laufen.

Für all das kann die Kommune, aber in erster Linie auch der Einzelne vorsorgen. Die in der Vergangenheit oftmals belächelten „Prepper“ hatten in dieser Hinsicht gar nicht so unrecht. Stichwort ist hier in erster Linie die Vorratshaltung: Haltbare Lebensmittel, ausreichend Trinkwasser, Hausapotheke (besonders lebenswichtige Medikamente), jeweils für mehrere Tage, aber auch technische Geräte, wie Gaskocher, Kurbelradio, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Powerbank, Kerzen etc. und ggf. Futter für das Haustier. Bargeld und eine Metallkassette für wichtige Dokumente und Versicherungs-Policen sollten ebenfalls im Notfallpaket enthalten sein. Der Tipp von Herrn Breuer war ebenso eindeutig, wie eindringlich: „Fangen Sie an – Sie müssen sich nicht sofort ein Super-Notfall-Paket zusammenstellen – Sie können das nach und nach tun – Aber fangen Sie an.“ Die Broschüren des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe leisten mit einer Checkliste wertvolle Hilfe bei der Zusammenstellung eines persönlichen Notfallpakets.
Die Zuhörerschaft war sehr erstaunt, als Herr Breuer über eine Vielzahl konkreter Maßnahmen berichtete, die die Stadt Hennef bereits getroffen bzw. in die Wege geleitet hat. U.a. hat die Verwaltung acht sog. Leuchttürme geschaffen, Anlaufstellen für die Bevölkerung im Notfall, wenn „gar nichts mehr geht“. Dies ist in der Bevölkerung weitgehend unbekannt und sollte von der Stadtverwaltung zum Anlass genommen werden, breiter und besser über den Notfall-Katastrophenschutz zu informieren.

Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte Frau Regina Osterhaus-Ehm, Mitglied im Vorstand der CDA und Senioren Union Hennef, die sich seit langem mit dem Thema der Krisen-Notfallvorsorge beschäftigt, dass es keines großen Aufwandes bedarf, sich ein Notfallpaket zusammenzustellen. Sie hatte einige Artikel aus ihrem persönlichen Notfallpaket (bestehend aus drei Plastikboxen) mitgebracht und zur Besichtigung ausgelegt. Natürlich hatte Sie auch zu jedem Teil eine Erklärung und weitere ergänzende Tipps bereit. Besonders betonte Sie noch einmal die Notwendigkeit, lebenswichtige Medikamente vorzuhalten und wies darauf hin, dass ein Notfallpaket nicht für Jahre „in die Ecke“ gestellt werden dürfe, sondern Lebensmitteln oder Medikamenten regelmäßig auf etwaige Verfallsdaten überprüft und ggf. ausgetauscht werden müssen.

Abschließend dankte Herr Laudan dem Referenten Herrn Breuer für seine Ausführungen und betonte, dass die Diskussion und die Gespräche nach dem Vortrag gezeigt haben, wie wichtig das Thema ist, zunehmend an Bedeutung gewinnt und im Zuhörerkreis sicher zum Nachdenken angeregt hat.

DU BIST TEIL DER GESCHICHTE

20. Mai 2026 in SU

Nach über fünfjähriger Planung ist die konzeptionell völlig neugestaltete Dauerausstellung im Haus der Geschichte seit dem 09. Dezember 2025 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Grund genug für die Senioren Union Hennef, im Rahmen ihres Veranstaltungsprogramms 2026, dem Museum wieder einmal einen Besuch abzustatten.

Unter dem Motto „Du bist Teil der Geschichte – Deutschland seit 1945“ erwartet den Besucher eine „neue Reise durch die Zeitgeschichte mit faszinierenden Objekten, spannungsreichen Geschichten und innovativen medialen Eindrücken“ (zitiert aus dem Museumsmagazin) und er erlebt, wie sich Deutschland zu einer gefestigten Demokratie entwickelt hat.

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Zeiträume, beginnend mit den Ereignissen im Nachkriegs-Deutschland 1945 bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949, nachfolgend die Jahre der deutschen Teilung bis zur Wiedervereinigung 1989, wobei die durch die Teilung bedingte unterschiedliche Entwicklung in der Bundesrepublik und DDR dargestellt und durch rote Trennlinien auch optisch deutlich sichtbar gemacht wurde. Die 326 Tage in den Jahren 1989 bis 1990 nehmen dann als wichtigster Zeitraum der neueren deutschen Zeitgeschichte mit der Wiedervereinigung eine zentrale Rolle innerhalb der Ausstellung ein. Es folgt der Zeitraum 1990 bis zur Gegenwart und endet mit dem Blick auf das „Heute“, als letztem Zeitraum.

Um die 80 Jahre Zeitgeschichte mit ihren 3.850 Objekten auf 4.500 Quadratmetern leicht zugänglich und gut nachvollziehbar zu machen, wurde ein neuer Besuchsweg kreiert. Der Weg durch die Dauerausstellung beginnt nun oben unter einem gläsernen Dach mit dem Zeitraum 1945 bis 1949, von wo man sich durch die Zeiträume barrierefrei nach unten bis zum „Heute“ vorarbeiten kann. Es wurde Wert daraufgelegt, nicht nur die historisch wichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen und Entwicklungen in Ost und West darzustellen, sondern Gegenstände des alltäglichen Lebens sowie Alltagsgeschichten und private Erzählungen aus dem Leben der Deutschen in dieser Zeit in die geschichtlichen Abläufe zu integrieren. So wird besonders bei den älteren Besuchern ein hoher Wiedererkennungswert erreicht (nach dem Motto „ja, kennen wir, haben wir so erlebt“) und bei jüngeren ein Verständnis für die damalige Lebenssituation ihrer Eltern oder Großeltern.

Die Ausstellung ist an vielen Stellen interaktiv aufgebaut und lädt den Besucher ausdrücklich zum Mitmachen ein. Insgesamt ist die Ausstellung sehr sehenswert. Es bedarf aber schon eines gewissen „Stehvermögens“, wenn man die Ausstellung intensiv und im Detail erleben will. Aber wer nach so vielen Eindrücken das Verlangen nach einer Pause hat, dem steht die Cafeteria oder die kostenfreie Lounge als kleiner Rückzugs- und Ruheort zur Verfügung, wovon auch von den Mitgliedern/innen der Senioren Union regen Gebrauch gemacht wurde.

Neben der neuen Dauerausstellung gibt es derzeit noch die ebenso lohnende Ausstellung „Nach Hitler -Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus“, die noch bis Januar 2027 gezeigt wird.
Zur Vor- oder Nachbereitung des Museumsbesuches empfiehlt sich das 88-seitige „Museumsmagazin“, das auf der Internetseite des Hauses der Geschichte kostenlos downgeloadet oder im Haus der Geschichte-Shop als gedruckte Version für 2 € käuflich erworben werden kann.

Nach all diesen zeitgeschichtlichen Eindrücken ging es dann im Veranstaltungsprogramm kulinarisch weiter. Die Senioren Union fuhr mit dem Bus nach Alfter ins Gasthaus „Spargel Weber“. Schon zum dritten Mal nacheinander hat die Senioren Union hier ihr traditionelles jährliches Spargelessen mit frischem Spargel aus dem Vorgebirge durchgeführt und wie immer waren die Mitglieder/innen sehr zufrieden.

Heinz-Jürgen Leidolf
unter teilweiser Verwendung von Textstellen aus dem Museumsmagazin.

 

Hier folgenden weitere Eindrücke aus der Ausstellung:

Teilhabe ermöglichen – Barrieren abbauen

6. Mai 2026 in Meldungen

Der CDU-Landtagsabgeordnete Jonathan Grunwald ruft ehrenamtliche Vereine, Initiativen und gemeinnützige Organisationen dazu auf, sich für den Inklusionsscheck zu bewerben: Mit dem Inklusionsscheck NRW unterstützt das Land Projekte für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderungen mit jeweils 2.000 Euro. Insgesamt stehen dafür jährlich 500.000 Euro zur Verfügung. Anträge können ab sofort bis zum 30. September 2026 gestellt werden.

„Gerade das Ehrenamt und die vielen Vereine im südlichen Rhein-Sieg-Kreis leisten einen unschätzbaren Beitrag für Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Inklusionsscheck hilft dabei, gute Ideen schnell und unbürokratisch in die Praxis umzusetzen“, so Grunwald.

Gefördert werden unter anderem inklusive Sport- und Freizeitangebote, Kulturprojekte, barrierefreie Bildungsangebote sowie Anschaffungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Voraussetzung ist, dass die Projekte in Nordrhein-Westfalen stattfinden und noch im laufenden Jahr umgesetzt werden.

Die Antragstellung erfolgt einfach und digital. Alle Informationen zum Programm sowie das Online-Antragsformular finden Interessierte unter: www.inklusionsscheck.nrw.de