Wirtschaftsmotor Rhein-Sieg: Zwischen Potenzialen und bürokratischen Bremsen

Wie steht es um den Wirtschaftsstandort Rhein-Sieg? Welche Rahmenbedingungen braucht der Mittelstand, und wie bleibt die Region auch für die Welt von morgen attraktiv? Auf Einladung der Jungen Union (JU) Hennef und der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Hennef diskutierten wir unter dem Titel „Wirtschaftsmotor Rhein-Sieg: Bereit für die Zukunft? Standortfaktoren, Innovation und dieWelt von morgen“. Als hochkarätige Expertin des Abends konnte die Wirtschaftsförderin des Rhein-Sieg-Kreises, Regina Rosenstock, gewonnen werden.

Zahlen, Daten, Fakten: Der Kreis im Check
Frau Rosenstock lieferte zu Beginn einen tiefen Einblick in die aktuellen Statistiken des Kreisgebietes. Der Rhein-Sieg-Kreis verfügt über eine enorm vielfältige und vom starken Mittelstand geprägte Wirtschaftsstruktur. Doch die Dynamik beim Weg- und Zuzug von Unternehmen zeigt deutlich: Der Wettbewerb unter den Regionen wird härter. Während die Nähe zu den Ballungsräumen Köln und Bonn nach wie vor ein großer Pluspunkt ist, entscheiden am Ende harte Standortfaktoren darüber, ob Betriebe investieren oder abwandern.

Was Unternehmen wirklich brauchen: Die großen Baustellen
In der anschließenden, intensiven Diskussion kristallisierten sich die Kernbereiche heraus, an denen sich die Zukunft des Standortes entscheidet:

Infrastruktur & Digitalisierung: Eine moderne Wirtschaft braucht ein modernes Netz. Neben dem Ausbau der Verkehrswege – sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene – steht der flächendeckende Glasfaserausbau ganz oben auf der Prioritätenliste. Ohne schnelles Internet ist kein Unternehmen mehr zukunftsfähig.

Gewerbe- und Industrieflächen: Ein kritisches Nadelöhr im Kreis ist die Verfügbarkeit von Flächen. Wenn expandierende Betriebe oder Neuansiedlungen keine passenden Grundstücke finden, wandern sie unweigerlich in andere Regionen ab. Hier gilt es, mutig und vorausschauend zu planen.

Bezahlbarer Wohnraum: Wirtschaftsförderung hört nicht am Fabriktor auf. Damit Fachkräfte in die Region kommen und auch hier bleiben, wird die Frage nach bezahlbarem Wohnraum immer mehr zu einem entscheidenden harten Standortfaktor.

Fazit: Zukunft aktiv gestalten
Die Veranstaltung von JU und MIT Hennef hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Wirtschaftsmotor im Rhein-Sieg-Kreis zwar stark läuft, aber kontinuierlich „gewartet“ und weiterentwickelt werden muss. Es reicht nicht aus, sich auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen. Um bereit für die Welt von morgen zu sein, braucht es schlankere Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und eine gezielte Unterstützung des Mittelstands, der das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft bildet.

Gianluca Bochem