Seniorenunion Hennef zu Gast im Landtag NRW

15. März 2023 in Meldungen, SU

Hennef.-fh.- Den Mitgliedern und Gästen der Seniorenunion Hennef wird nach der Enthaltsamkeit der letzten beiden Jahre wieder ein sehr sehenswertes Programm geboten. Nach einem Museumsbesuch, der Besichtigung des Bonner „ Münster“ war nun ein Ausflug in den Landtag nach Düsseldorf vorgesehen. Trotz widriger winterlicher Verhältnisse starteten die Teilnehmer am Mittwochmorgen mit einem modernen Bus Richtung Zentrum der politischen Entscheidungen unseres Landes. Busfahrer Bernhard steuerte sein Fahrzeug ruhig und sicher über die Autobahn Richtung Norden. So kam man sogar viel zu früh am Gebäude an der Moselstraße an, doch der Besuchsdienst des Landtages hatte ein Einsehen und ließ die Gruppe vorzeitig in den Landtag ein. Nach einem gründlichen, aber notwendigen, Sicherheitscheck, hatten die Gäste nunmehr eine gern genutzte Zeit im Foyer die Cafeteria zu besuchen und sich auf das kommende Programm vorzubereiten. Pünktlich zur vereinbarten Zeit gab es den ersten Einblick über das Gebäude, die Anzahl der Abgeordneten, deren Tätigkeiten in den Ausschüssen und in den Fraktionen. Seit 35 Jahren beantwortete die nunmehr pensionierte Lehrerin die Fragen der wissbegierigen Gäste und es war ihr ein besonderes Anliegen zu erklären, warum bei Fernsehaufnahmen aus dem Plenum immer nur so wenige Abgeordnete anwesend wären. Die überwiegende Tätigkeit der Abgeordneten findet in Ausschüssen und Fraktionssitzungen statt. Deren Ergebnisse werden dann in den 13 Sitzungen des Landtages von den Vorsitzenden und Fachsprechern der Fraktionen diskutiert und zur Abstimmung gebracht. Alle 195 Abgeordneten sind also nie erforderlich, aber meist an solchen tagen, gerade bei wichtigen Entscheidungen im Hause. Bedauerlich aus Sicht der ehemaligen Lehrerin ist der Anteil der weiblichen Abgeordneten im Landtag, er beträgt gerade einmal ein Drittel.
Dieser Vortag fand in einer der mit modernster Technik ausgerüsteten Sitzungsräume im Erdgeschoss statt, und mancher der Gäste probierte einmal den Knopf der Mikrofonanlage aus um sich Gehör zu verschaffen. Nach diesen interessanten Einblicken ging es über den gläsernen Aufzug auf die Tribüne des Plenarsaales.Eine Stunde lang verfolgte die Seniorenunion Hennef die hitzigen Diskussionen der Parlamentarier zu Themen der Schul- und Verkehrspolitik. Einer der Höhepunkte des Besuches war sicherlich das anschließende Gespräch mit dem CDU- Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Hennef, Björn Franken. Der 43 jährige Politiker aus Ruppichteroth freute sich sehr, Gäste aus seiner Heimat begrüßen zu dürfen. Zunächst gab es von Ihm einen Einblick zu seiner Person sowie zu seinem beruflichen und politischen Werdegang. Aus seiner umfangreichen Biografie sollen hier auch nur Auszüge genannt werden. Björn Franken ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach seiner Fachhochschulreife machte er eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation. Zuletzt, bevor er 2017 sein Hobby zum Beruf machte, war er in leitender Funktion eines Handelskonzerns in Köln. Seine politische Karriere begann 2000 in der Jungen Union in seinem Heimatort. Im Landtag ist er ordentliches Mitglied im Wissenschaftsausschuss und im Ausschuss für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie. Dem Ausschuss für Bauen , Wohnen und Digitalisierung gehört er ebenfalls an und ist dessen Sprecher im Landtag. Neben dem Abgeordnetenmandat ist er auch noch Mitglied in wichtigen Funktionen wie z.B. der Landesanstalt für Medien NRW oder dem Regionalrat der Bezirksregierung Köln.
Die Besucher aus Hennef hatten natürlich einige Fragen an „ihren“ Abgeordneten, z.B. die Situation in Lanzenbach nach dem Starkregen 2021 oder die derzeitigen Verkehrsprobleme für Fußgänger in Söven. Björn Franken versuchte soweit möglich auf die Probleme einzugehen und sich auch nach dem Besuch darum zu kümmern. Die „ aktuelle Stunde“ ging viel zu schnell vorbei und der Politiker musste auch noch in eine wichtige Abstimmung in das Plenum.
Nach dem Abgeordnetengespräch hatte der Landtag seine Besucher noch zu einer „ Snackpause“ in die Kantine eingeladen, bevor es mit dem Bus und dank „Bernhard“ wieder wohlbehalten nach Hennef ging.
Für die Mitglieder der Seniorenunion Hennef war es wieder eine gelungene Veranstaltung im Jahresprogramm.

v.i.S.d.Mediengesetz NRW.
Reinhard Faßbender für SenU Hennef
Text und Fotos: fassbenderhennef
01633942632 / fassbenderhennef@gmx.de

Senioren Union Hennef im Bonner Münster

15. März 2023 in Meldungen, SU

Bei strahlendem Sonnenschein und knackig kalten Minusgraden steuerte eine große Gruppe der Senioren Union Hennef das Ziel an: das nach vier Jahren umfassender Sanierung vor eineinhalb Jahren wieder eröffnete Münster in Bonn. Es war der ideale Tag, um die vielgerühmte Transparenz und Farbigkeit des Münsters zu erleben. Bevor es soweit war, bibberten wir ein bisschen in der Kälte vor der Basilika minor, ein Ehrentitel, der vom Papst verliehen wird und die Bedeutung des Münsters hervorhebt.
Aufgeteilt in zwei Gruppen zeigten und erklärten uns Frau Clemens und Herr Brummer die Schönheiten der Kirche. Die Führungen umfassten in einem Rundgang das Innere des Kirchenschiffs, den Kreuzgang und die Krypta. Gegründet wurde die Stiftskirche auf den Gräbern der frühchristlichen Märtyrer Cassius und Florentius, deren Gebeine heute in einem modernen Schrein in der Krypta aufbewahrt werden. Die eigentliche Gründung fand wahrscheinlich Ende des 8. Jahrhunderts statt. Mehr als 1000 Jahre lang bis zur Säkularisierung bestand die Stiftskirche. Die Stiftsherren, meist Söhne von Adligen teilten die Werte von Mönchen, unterschieden sich aber in einem Punkt gewaltig von ihnen, sie behielten und verfügten über ihre mitgebrachten Reichtümer und hatten Teil an den Einnahmen des Stiftes. Viele investierten in die vielfältigen Kunstwerke, die es zu bestaunen gibt. Die Kanoniker sorgten damit nicht uneigennützig für ihr eigenes Ansehen und bleibenden Ruhm.
Der wunderschöne romanische Kreuzgang war immer auch eine Begräbnisstätte und zeigt bis heute, dass er zu einer ehemaligen Klosteranlage gehörte. Die Kirche war dabei den Stiftsherren, Pröpsten und Erzbischöfen vorbehalten. Das gemeine Volk musste mit der nahe gelegenen Kirche St. Martin Vorlieb nehmen. Zurück im Kirchenschiff ließen wir die Architektur auf uns wirken, Romanik und Gotik, später Barock, Rokoko und weitere Kunststile vereinigen sich zu einem harmonischen Ganzen. Die Farbgebung in warmen Farben erhellt das ehemals dunkle Innere. Besonders, wenn die Sonne wie an unserem Tag durch die Fenster hinter dem Hauptaltar bricht, erstrahlt der Altar- und Chorraum in ungemeiner Farbpracht.
Das Münster war auch Bischofssitz der Kölner Erzbischöfe. Grundsätzlich hatten diese geistliche und weltliche Macht. Als die Kölner im 13. Jahrhundert ihren Erzbischof fortjagten und ihn seiner weltlichen Macht beraubten, residierte er fortan in Bonn. Der kostspielige Ausbau des Münsters und schließlich das Poppelsdorfer Schloss wären ohne die mutige Tat der Kölner also nie entstanden.
Eine wichtige Rolle spielt die heilige Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin. Man schreibt ihr die Wiederauffindung der Märtyrer und die Gründung der Basilika im dritten Jahrhundert zu. Ihre Gestalt das Kreuz Christi tragend taucht mehrfach in der Kirche: als Bronzemonument, in Altargemälden und Reliefs auf.
Einen besonderen Bezug zu Hennef weist die Klais-Orgel auf. Der Orgelprospekt und die Brüstung wurden von dem Hennefer Künstler Manfred Saul Ende der sechziger Jahre gestaltet. Expressiv geschnitzte Figuren zeigen Menschen in Tätigkeiten, die in dem Jahrzehnt besonders waren, z.B. Astronaut und Herzchirurg. Wir waren sehr beeindruckt von der neu erwachten Schönheit des Münsters, ein Besuch lohnt sich.
Nach so viel geistlicher Nahrung stand der Sinn nach irdischem Genuss. Im Wirtshaus Salvator wurden uns Getränke und vornehmlich deftige Speisen schnell und freundlich serviert. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen schlenderten wir an den Uniwiesen entlang zu unserem Bus.

Ev Kreienbruch

„Made in Germany“ gefährdet? – Julia Klöckner beim Frühjahrsempfang der MIT Rhein-Sieg

9. März 2023 in Meldungen, MIT

Prominente Rednerin, hochaktuelle Themen: dieses bewährte Konzept setzte auch der diesjährige Frühjahrsempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Rhein-Sieg fort. Der Kreisvorsitzende der MIT Rhein-Sieg Andreas Stolze konnte zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft begrüßen, darunter die Bundestagsabgeordnete Lisa Winkelmeier-Becker sowie den Vorsitzenden der CDU Rhein-Sieg Oliver Krauß . Stolze dankte insbesondere dem Ehrenvorsitzenden Norbert Nettekoven für seine langjährige engagierte Arbeit sowie der Jungen Union für die Organisation und Unterstützung bei Durchführung der Veranstaltung.

Das Thema des Abends ist hochaktuell und brennt allen Unternehmern auf den Nägeln: die wirtschaftliche Lage in unserem Land ist angespannt. Das Ergebnis des „Länderindex Familienunternehmen“ ist für Deutschland ernüchternd: Gegenüber 2020 ist Deutschland auf Rang 18 von 21 Industriestaaten abgerutscht. Die Belastungen für den Mittelstand sind vielfältig: Betriebe stecken in der Kostenfalle, dazu kommen Inflation, gebremste Konsumlaune und Lieferketten und nicht zuletzt die Auswirkungen der Pandemie und der Krieg Russlands gegen die Ukraine. . Was brauchen Unternehmen, um sich in dieser Situation im internationalen Wettbewerb zu behaupten?

Auf diese Frage gab Julia Klöckner zielgerichtete Antworten. Wichtig in der jetzigen Situation seien wirksame Sofortmaßnahmen. Dazu gehören weitere Absenkung der Energiesteuern, Ausgleich der kalten Progression, eine Gründerschutzzone, schnelle und pragmatische Auszahlung der Zuschüsse für energieintensive Unternehmen .

Klöckner fordert spürbaren Abbau von Bürokratie, aber auch flexible arbeitsrechtliche Regelungen und leistungsfähige Infrastrukturen . Darüber hinaus sei es jetzt wichtig, die Digitalisierung entscheidend voranzubringen und Handelspartnerschaften gezielt zu stärken.

Zum Thema Arbeitskräftemangel forderte die Wirtschaftspolitikerin Entscheidungskraft eine attraktivere Aus- und Weiterbildung sowie flexible Nach- und Teilqualifizierungen ein. Die Berufsorientierung müsse individueller und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss besser werden.

Auch die Beschleunigung der Fachkräfteeinwanderung gehöre zum Instrumentenkasten.

Dringend gefragt sei jetzt eine Politik  zur Stärkung der Wirtschaft . Sie ist die Voraussetzung dafür, dass das ambitionierte Ziel der ökologischen und digitalen Transformation erreicht werden kann Eindringlich formulierte sie dazu: „Wir brauchen mehr Unternehmer und weniger Unterlasser.“ An die Anwesenden appellierte Klöckner: „Seien Sie stolz, Unternehmer zu sein. Und bringen Sie sich in die Diskussion ein!“

Das Foto zeigt Vorstandsmitglieder der MIT Rhein-Sieg mit MdB Lisa Winkelmeier-Becker und Julia Klöckner und Kreisvorsitzenden Oliver Krauß