Wahlprüfsteine der Hennefer Klimaschutzgruppen „Oldies for Future“ und „Parents for Future“

17. August 2020 in Meldungen

Gerne wollen wir mit Ihnen auch die Antworten auf die einzelnen “Wahlprüfsteine” teilen, die wir von Verbänden, Vereinen etc. erhalten haben. Weitere Fragen und Antworten finden Sie hier.

Hier die Antworten des Umweltpolitischen Sprechers Peter Ehrenberg auf die Fragen der Hennefer Klimaschutzgruppen „Oldies for Future“ und „Parents for Future“:

Was werden Sie tun, damit mehr Privatleute ihre Dächer mit Photovoltaikanlagen und thermischen Solaranlagen ausrüsten? Welche Anreize z. B. durch angemessene Senkung der Grundsteuer wären denkbar?

Als Kommunalpolitiker haben wir Einfluss darauf, dass bei öffentlichen bzw. städtischen Gebäuden energieeffiziente und damit umweltschonende Technologie zum Einsatz kommt. Da unterstützen wir auch in vollem Umfang die Klimaschutzbeauftragte der Stadt Hennef und haben erst vor kurzem die Umbau-Maßnahmen des Carl-Reuther-Berufskollegs begutachten können.

Im privaten Bereich bin in davon überzeugt, dass man die Bürger von den neuen Konzepten überzeugen muss. Viele Energieanbieter (wie zurzeit die Stadtwerke Troisdorf) ziehen mittlerweile durchs Stadtgebiet, um Hausbesitzer von einer Photovoltaikanlage zu überzeugen. Die Anbieter übernehmen die kompletten Kosten der Anlagen incl. der Installation. Der Hausbesitzer verpflichtet sich dann über einen definierten Zeitraum seinen selbsterzeugten Strom zu einem festen Kurs zu beziehen. Das Risiko der Hausbesitzer ist damit absolut überschaubar. Das ist meines Erachtens der richtige Weg. Es darf nicht von der Liquidität der Hausbesitzer abhängen, ob umweltfreundliche Technologie zum Tragen kommt. Ich selber habe mein Haus bereits vor 15 Jahren mit einer Zisternen-Technologie ausgestattet, um für die Toilettenspülung und die Waschmaschine Regenwasser nutzen zu können. Dies wurde bereits damals schon mit KfW Fördermitteln unterstützt. Ich persönlich denke, dass man bei Hausbesitzern und auch bei Neubauinteressenten eine Art Pflichtschulung zu diesem Thema einführen sollte. Viele Mitbürger scheuen, so glaube ich, den Papierwust der damit verbunden ist. Das muss einfach und vor allem sehr schnell gehen. Im tiefsten Inneren sind alle Hausbesitzer davon überzeugt, dass etwas passieren muss. Hausbesitzer lassen sich von Rechenbeispielen sehr gut überzeugen. Ich bin nicht der Meinung, dass in der momentanen Situation die Kommunen für alles aufkommen können. Ja, ich sehe die Kommune in der Informationspflicht, jedoch nicht in der Finanzierungspflicht. Wie kommen wir den Bürgern entgegen, die sich kein Eigenheim leisten können? Mit dem Verzicht auf Grundsteuer geben wir letztendlich auch deren Geld aus, was ich persönlich als Ungerechtigkeit empfinde.

 

Wie werden Sie die Ermittlung geeigneter Hennefer Flächen für Windkraftanlagen fördern?

Die CDU hat bereits im letzten Jahr dazu einen Prüfauftrag an die Verwaltung gestellt. Leider sind laut Gutachten die Flächen, die dafür in Frage kämen, von der Topologie nicht geeignet. Weiter wäre zu prüfen ob z.B. die Auen entlang der Sieg dies überhaupt in Sachen Naturschutz, Wasserschutzgebiet, Überschwemmungsgebiet zuließe.

Ich erinnere nur an die unendliche Diskussion mit dem BUND beim Bau des neuen Horstmannstegs. Dieser wäre mittlerweile 2 Jahre in Betrieb!

An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass vor einigen Jahren schon einmal mögliche Flächen von einem Gutachter untersucht wurden. Auf Basis der rechtlichen Vorgaben gab es in Hennef keine Fläche, die in Frage käme. Darüber haben wir uns im Fachausschuss etwas gewundert, aber die Aussagen des Gutachters waren eindeutig. Die Windernte reichte nirgends für ein wirtschaftliches Betreiben einer Windkraftanlage aus. Die topographischen Parameter sprachen auch nicht dafür. Das Ergebnis entsprach im Wesentlichen den aktuellen Untersuchungen.

Bei sich ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen und durchaus auch kritischen Meinungen aus der Bevölkerung gilt es trotzdem das Thema Windenergie nicht aus dem Fokus zu verlieren.

Persönlich bin ich der Meinung, dass wir die Auen, parallel zur Sieg, als unser schönstes Naherholungsgebiet erhalten müssen. Da halte ich eine ausgeweitete PV Technologie als durchaus umweltverträglicher, durchaus auch gefördert im Privatbereich. Das haben wir auch bereits bei der Grobplanung des neuen Industriegebiets Kleinfeldchen am Hossenberg bedacht.

 

Welche Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung und Verkehrsvermeidung wollen Sie anstoßen?

Auf Antrag der CDU wurde im Planungsausschuss beschlossen, dass ein gesamtstädtisches nachhaltiges Mobilitätskonzept erstellt werden soll. Im Haushalt sind, über einige Haushaltsjahre verteilt, rd. TEUR 300 eingestellt worden. Wenn Sie sich den Antragstext und die Begründung anschauen, dann werden Sie feststellen, dass der ÖPNV und der gesamte nichtmotorisierte Verkehr in einem besonderen Fokus steht.

Wir möchten den Radverkehr für Hennef neu definieren und den ÖPNV deutlich attraktiver machen. Auto fahren und Parken darf nicht billiger und komfortabler sein als Bus, Bahn oder das Fahrrad.

Wir erwarten uns von dem Mobilitätskonzept, welches von Fachbüros begleitet und durch das Einbinden interessierter Bürgerinnen und Bürger mit erarbeitet werden soll, neue Ideen, neue Möglichkeiten, ein neues Radverkehrskonzept, die Berücksichtigung von neuen Share Services wie Car-Sharing, Bike Sharing oder ähnliches.

Da das ganze Konzept für die gesamte Stadt gelten soll, also für die Innenstadt als auch für alle Dörfer, und der Aspekt der Nachhaltigkeit eine besondere Rolle spielen wird, können Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung oder Verkehrsvermeidung konkret erarbeitet und diskutiert werden. Es wäre schön, wenn Sie sich zur gegebenen Zeit als interessierte Gruppe mit einbringen würden.

Aber eine konkrete aktuelle Diskussion möchten wir kurz aufzeigen.

Momentan wird versucht, den „Paketdienststau“ auf der Frankfurter Straße über die Ladezonen zu regeln. Wir hatten den Prüfauftrag auf den Weg gebracht, außerhalb Hennefs Packet-Sammelzentren zu schaffen.

Dann könnte von dort 2x am Tag ein Transporter durch Hennef fahren und die Pakete ausliefern. Alternativ dazu könnten dort Geschäftsleute ihre eigenen Pakete abholen, wenn es eilt, oder was noch besser wäre: Auslieferung über ein Startup Unternehmen mittels Lastenrädern oder kleinen Elektrotransportern. Wareneingangsmeldungen über eine App. Allerdings konnten diese Überlegungen nicht realisiert werden. Der Aufwand wäre einfach zu groß gewesen.

Des Weiteren könnte man überlegen, ob man mehr E-Bikes als Leihfahrräder für Pendler anbietet.

Das würde Autos aus der Stadt halten. Ein P+R Parkhaus außerhalb Hennefs und von dort könnte man nachhaltiger mit dem ÖPNV oder dem Leihrad ins Zentrum fahren.

Das Parken müsste an einem solchen dezentralen Parkplatz oder Parkhaus kostenlos sein oder zumindest deutlich günstiger als Hennef-Zentrum (Place le Pecq).

Diese Maßnahmen würden die Rushhour Knotenpunkte erheblich entlasten. Dies sind nur einige wenige Gedanken, die in einem Mobilitätskonzept einfließen könnten. Eine Grenze guter Ideen gibt es nicht. Da sind wir alle gefragt.

 

Können Sie sich vorstellen, dass die Stadt ein 365-€-Ticket für den Verkehrsverbund VRS unterstützt?

Ja durchaus. Es muss aber festgehalten werden, dass der ÖPNV, und somit auch die festzulegenden Tarife, in die Zuständigkeit des Kreises oder des VRS fallen. Das kann die Stadt Hennef nicht entscheiden.

Sollte ein solches Ticket eingeführt werden, dann muss auch die Finanzierung klar geregelt werden. Ohne Landes- oder Bundeszuschüsse wird dies nicht funktionieren. Da muss man sich nichts vormachen.

Die CDU möchte sich nicht wie andere Parteien zu leeren Versprechen hinreißen lassen, dass empfinde ich als unredlich. Man hat ja den Eindruck, als ob mit der Wahl des politischen Mitkonkurrenten das 365 EUR Ticket sofort kommt. Dies ist nicht so.

 

Sind Sie bereit ein Mobilitätskonzept für Hennef in Auftrag zu gegeben, das die angedachten Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept mit hoher Priorität umsetzt?

Die CDU hat bereits, wie zuvor dargestellt, im vergangenen Jahr ein Mobilitätskonzept beantragt. Dieses wurde beschlossen, TEUR 300 sind in den Haushalt hierfür eingestellt worden und das Konzept soll in den nächsten Jahren erarbeitet werden.

Ein Mobilitätskonzept ohne die Berücksichtigung des bestehenden Klimaschutzkonzeptes oder ein Klimaschutzkonzept ohne Betrachtung der Mobilität  macht gar keinen Sinn. Hier greift ein Zahnrad in das Nächste. Es nützt nichts, wenn wir über das Klima sprechen und den Verkehr und die Energieversorgung außer Acht lassen. Wir müssen und werden alles tun, was unsere Umwelt entlastet. Deshalb gibt es auch das Klimaschutzkonzept, welches die CDU Fraktion schon 2014 beantragt hat.

Dabei muss man stets prüfen, was realistisch und machbar ist. Dies gilt bei der Planung neuer Wohnbereiche oder bei der Verbesserung bestehender Strukturen. Alte Wohngebiete sind entstanden in einer Zeit wo es viel weniger PKW´s gab. Das wird bei der Parkplatzsituation in ganz Hennef deutlich. In den 60-70er Jahren konnte sich noch lange nicht jede Familie ein eigenes Auto leisten. Heute sind in jeder Familie mind. 2-3 Autos. Es gibt heute z.B. die klassische Hausfrau  nicht mehr. Bei Ehepaaren ist es heute die Regel, dass beide berufstätig sind und dadurch bedingt auch ein zweites Auto da ist. Auch die Kinder haben in der Regel heute mit dem 18. Lebensjahr einen eigenen PKW. Zusätzlich werden in den alten Wohngebieten die Baulücken geschlossen, was noch zusätzlichen PKW Verkehr mit sich bringt.

Meine persönliche Meinung: Es ist unehrlich, wie die SPD, nach zusätzlichem Wohnraum zu schreien und im Nebensatz zu sagen: „Der Verkehr muss weniger werden!“. Das gibt es nur als Set. Das eine geht ohne das andere leider nicht.

 

Welche Maßnahmen für die Aufforstung von Mischwäldern und zur Schaffung von Grünflächen und zur Renaturierung von versiegelten Flächen und Brachflächen werden Sie ergreifen, wenn Sie gewählt werden?

Zum Thema Aufforstung:

Eigentlich war eine umfangreiche Baumpflanzaktion der CDU Hennef mit mehr als 1000 Jungpflanzen für Ende März geplant, doch machte der Ausbruch der Corona-Pandemie den ambitionierten Waldaufforstern der CDU einen Strich durch die Rechnung.
Zurzeit stehen die 1050 Jungpflanzen bestehend aus Ebereschen, Maronen, Eichen, Birken und Kiefern in Peter Auersbachs Garten und sollen nun im Spätherbst ausgesetzt und nach den Statuten der Forstwirtschaft gepflanzt werden. Geplant sind Pflanzungen an den drei Orten Sportschule Hennef, einem Waldstück bei Uckerath sowie einem in der Nähe von Bödingen. Die Hennefpartei ist in ständigen Kontakt mit dem Grünflächenamt und den Hennefern Forstwirten und hat die gewohnt unkomplizierte Unterstützung angeboten.

Zum Thema Renaturierung von versiegelten Flächen:

Unser Antrag wurde hierzu  bereits im letzten Jahr erfolgreich eingebracht. Einer Baugenehmigung wird seitdem ein Informationsblatt zur insektenfreundlichen Gestaltung des Vorgartens ausgehändigt. Inwieweit die Einhaltung dieser Vorgaben bei der Bauendabnahme überprüft wird, müsste überprüft werden. Unseres Erachtens müssten auch Hauseigentümer mit bereits bestehenden Schottergärten mehr auf die Problematik aufmerksam gemacht werden. Bei einer Bauabnahme ist der Vorgarten in der Regel auch noch nicht gepflastert, das geschieht in der Regel später.

Ansonsten sollte grundsätzlich von einer Versiegelung von Flächen abgesehen werden, wo sie eben nicht zwingend erforderlich ist. Nicht versiegelte Flächen auf dem Privatgrundstück entfällt übrigens auch bei der Berücksichtigung von Niederschlagswasser-Gebühren.

Was kann die Stadt Hennef dazu beitragen, bestehende Bio-Höfe zu fördern und konventionelle Höfe dabei zu unterstützen, ihre Höfe auf biologischen Landbau umzustellen und die Vermarktung regionaler Produkte zu fördern?

Da sehe ich persönlich wenig Handlungspielraum. Wir haben stets dafür gesorgt, dass der Hennefer Wochenmarkt bestehen bleibt. Auch auf unser Drängen hin hat man sich von der sehr statisch wirkenden Marktgilde zum kommenden Jahr getrennt. In Eigenregie der Stadt und mit Unterstützung der Marktbestücker soll der Wochenmarkt attraktiver werden. Weniger Klamotten und dafür mehr Obst, Gemüse und sonstige heimische Produkte.

Hierzu möchte ich erwähnen, dass diese Entwicklung einzig und Alleine in der Hand der Hennefer Bürger liegt. Nur sie treffen die Entscheidung: „Gehe ich links in Richtung Wochenmarkt und rechts in Richtung Aldi-City“. Jeder ortansässige Landwirt hat die Möglichkeit, seine Ware im eigenen Hofladen oder auf dem Wochenmarkt den Hennefer Bürgern anzubieten. Warum fährt der Altenkirchener Eierblitz durch Hennef und verkauft aus dem Transporter seine Ware und kein Hennefer Landwirt? Diese Frage müssten Ihnen die Klagenden selber beantworten.

 

Sehen Sie als Hennefer Kommunalpolitiker Möglichkeiten, den Flugverkehr am Flughafen Köln/Bonn auf dem jetzigen reduzierten Niveau zu halten?

Im Hennefer Klimaschutzkonzept wird angestrebt, bereits laufende Projekte und Initiativen zu fördern und besser zu vernetzen.

Zum einen ist es so, dass wir uns des Themas „Fluglärm“ in unserem kommunalpolitischen Programm für die kommende Wahlperiode auch diesmal wieder annehmen. Die entsprechende Passage lautet wie folgt: „Um die Lebensqualität aller Henneferinnen und Hennefer zu steigern, wollen wir verstärkt ein Nachtflugverbot einfordern, das den Fluglärm verringert. Der Schwerpunkt soll hier vor allem auf die  Zeit zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens liegen, um eine nächtliche Kernruhezeit zu realisieren. Gerade ein Nachtflugverbot von Passagierflugzeugen sollte erreicht werden. In diesem

Zusammenhang steht auch die Verhinderung des Ausbaus des Köln-Bonner Flughafens und der damit verbundenen Steigerung der Lärmbelästigung. Um die Anwohner zu entlasten, wollen wir sämtliche technischen Mittel ausschöpfen sowie den Ausbau des Radius für Fördermaßnahmen förderungsfähiger Gebiete in Sachen Lärmschutz vergrößern.“

Darüber hinaus haben wir als Hennefpartei bereits in der laufenden Periode einige Anregungen und Anträge gestellt, weil für uns die Reduzierung des Fluglärms ein Herzensanliegen ist. Alle wurden positiv beschieden und werden jetzt in der Fluglärmkommission weiter beraten. Da geht es zum einen um eine Erhöhung der Sinkrate, was eine echte Innovation wäre, um den Lärm zu reduzieren. Der städtische Umweltausschuss hat dem Antrag zugestimmt. Ebenso haben wir beantragt, dass durch ein verbessertes Steigverhalten größere Überflughöhen entstehen. Ein dritter Antrag beschäftigt sich damit, dass bei einer bestimmten Flughöhe die vorzeitige Freigabe von der Bindung an die vorgegebene Flugroute möglich ist. Zwei weitere Punkte beschäftigen sich damit, dass der Abdrehpunkt bei Heisterschoß der Route WYP um ca. 3-4 NM in Richtung COL versetzt wird sowie dass in der Kernruhezeit von 0 bis 5 Uhr alle Abflüge in Richtung COL die verlängerte NOR-P Route fliegen. Alle Punkte sind Dinge, die „nicht von heute auf morgen“ umgesetzt werden.

Aber sie sollen, auch gegenüber dem Flughafen, zum Ausdruck bringen, dass wir mit innovativen Ideen zu einer Reduzierung des Lärms beitragen können. Wir bleiben weiter an dem Thema dran, denn wir wissen um die Wichtigkeit.

Zudem hat sich die Stadt Hennef mit anderen betroffenen Kommunen zusammengetan und geht, wo möglich, jede Veränderung im Flughafenbetrieb, in Genehmigungsverfahren usw. auch rechtlich an.

 

Können Sie sich vorstellen, dass die Stadt Initiativen Räume zur Verfügung stellt, eventuell auch als zeitlich befristete Pop-up-Stores in leerstehenden Läden?

Hierzu habe ich selber einen Antrag gestellt mit dem Doppeleffekt, Start-Ups eine Chance zu geben und gleichzeitig damit den Ladenlokal-Leerstand entgegenzuwirken. Hier werden zur Zeit die Möglichkeiten geprüft. Das ist oft nicht so einfach, da die Stadt nicht der Besitzer der Immobilie ist. Das haben wir, wie so viele andere Innovationen, in unserem neuen parteipolitischen Konzept festgelegt.

 

Wie sehen Sie die Bedeutung der Klimaschutzpolitik im Vergleich zu anderen Politikfeldern?

Ich bin absolut der Meinung, dass der Klimaschutz in allen Ebenen eines der wichtigsten Themen im politischen Handeln ist. Sei es auf Kommunal-, Landes-, oder Bundesebene. Als umweltpolitischer Sprecher der CDU Hennef erarbeite ich mit einem Team von interessierten Henneferinnen und Hennefern verschiedenste Umweltthemen. Hierzu gehört, neben dem Klimaschutz, auch der Artenschutz, der Schutz unserer Natur aber auch der Menschenschutz. Nicht nur in der Ausschussarbeit, sondern auch im tagtäglichen Leben werde ich mit diesen Fragen konfrontiert. Die Natur ist unser aller höchstes Gut. Hiermit müssen wir alle gemeinsam unglaublich behutsam und sensibel umgehen. Es gibt in der Hennefer Politik kaum ein Thema, was heftiger diskutiert wird. Mir persönlich ist dabei sehr wichtig, dass wir mit hohem Sachverstand an die Dinge gehen. Ich darf nicht die Windenergie fordern, ohne vorher genau so prüfen, was damit zusammenhängt. Wo könnten Windräder installiert werden, wo ist es von der Topografie machbar? Ist dieses Gebiet Naturschutz- oder Wasserschutzgebiet? Ist es wohlmöglich im Bereich der Siegauen sogar Überschwemmungsgebiet bei Hochwasser u.s.w.?

Eines steht für mich persönlich fest: Umweltpolitik war noch nie so wichtig wie heute. Die CDU Hennef nimmt dieses Thema extrem ernst und ich selbst erst recht. Deswegen werden Sie mich zu 90% der Zeit in Hennef mit dem Fahrrad antreffen.

Das mache ich seit Jahrzehnten aus Überzeugung und nicht aus PR Gründen. Für mich hat das Fahrrad einen sehr großen Stellenwert und das schon ganz lange Zeit bevor ich in die Politik ging.

Bei Umweltpolitik ist die Ehrlichkeit das wichtigste. Ich kann nicht damit angeben, ein E-KfZ zu fahren und mich gleichzeitig nicht dafür interessieren, wo der Strom bzw. der Rohstoff für die Akkuzellen herkommt. Auch Wasserstoffantriebe machen nur dann Sinn, wenn der Wasserstoff „grün“ ist. Ich mache eine seriöse Umweltpolitik aus voller Überzeugung. Ich muss voll hinter jeder Entscheidung stehen, sonst kann ich meine Parteikollegen in der Fraktion nicht überzeugen und mitnehmen.

Sie werden von der CDU Hennef keine „Show-Anträge“ finden, die nicht vorher auf Sinnhaftigkeit und vor allem Machbarkeit geprüft sind. Das nenne ich Augenwischerei gegenüber dem Wähler.

Ich kann mit Stolz behaupten, auch anhand der unzähligen Anträge aus dem Umweltausschuss, dass die CDU in Hennef mit Abstand die „grünste“ Partei ist.

 

Was haben Sie in den letzten Jahren unternommen, um ihren persönlichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern?

Ich versuche immer mehr, das Auto zu nicht benutzen. Durch die Anschaffung meines E-Bikes lege ich seit zwei Jahren auch längere Strecken mit dem Fahrrad zurück. Trotz Urlaubsreisen habe ich in den letzten Jahren nie mehr als 6000 Km mit dem PKW zurückgelegt. Ich habe einen sehr großen Garten, in dem ich sehr viel für Insekten angepflanzt habe. Zur Zeit prüfe ich die Installation einer PV Anlage auf meinem Dach, um über die Stadtwerke Troisdorf meinen eigenen Strom zu produzieren. Ich habe seit 15 Jahren eine Regenwasser-Aufbereitungsanlage, mit der ich die Toiletten und die Waschmaschine betreibe. Auch die Gartenbewässerung erfolgt ausschließlich mit Regenwasser. Mein Haus ist nach den neuesten Gesichtspunkten wärmeisoliert. Wenn meine 15 Jahre alte Gas-Brennwertheizung ausfällt, dann werde ich auch hier auf neuere Technologie umrüsten.

Das Wichtigste ist mir im Moment jedoch, dass nicht auch ich noch die Hennefer Innenstadt mit meinem Auto verstopfe. Mein Auto wartet seit 21 Jahre in meiner Garage auf den wohlverdienten Ruhestand. Dann werde ich auch hier auf umweltfreundliche Hybrid Technologie setzen.

Antworten auf die Wahlprüfsteine des ADFC Ortsverbands Hennef

16. August 2020 in Meldungen

Gerne wollen wir mit Ihnen auch die Antworten auf die einzelnen „Wahlprüfsteine“ teilen, die wir von Verbänden, Vereinen etc. erhalten haben. Weitere Fragen und Antworten finden Sie hier.

Hier die Antworten auf die Fragen des ADFCs:

Welche Bedeutung sollte der Radverkehr in Alltag und Freizeit haben?

Die Bedeutung des Radverkehrs hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Durch die Nutzung von E-Bikes sind nun auch schwere Strecken und Steigungen gut zu meistern. Immer mehr Menschen steigen aufs Rad. Sei es in ihrer Freizeit oder für den Weg zur Arbeit.

In der Vergangenheit lagen die Investitionsschwerpunkte in Hennef bei den Schulen und Kitas, bei der Kanalsanierung oder z.B. auch bei der Feuerwehr. Diese Bereiche sind und bleiben weiterhin wichtig und werden nicht aus den Augen verloren. Aber besonders bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2020/2021 zeigte sich, dass der gesamte Bereich der Mobilität in der CDU Fraktion einen besonderen Stellenwert eingenommen hat. Mit einer Vielzahl von Anträgen, entweder unmittelbar zum Haushalt oder bereits in den Vorberatungen in den Fachausschüssen, wurde die Mobilität, der Radverkehr und die jeweilige Infrastruktur neu definiert.

Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde die Erstellung eines gesamtstädtischen nachhaltigen Mobilitätskonzeptes beschlossen. Dabei geht es nicht nur um den KfZ-Verkehr. Insbesondere der ÖPNV, der Radverkehr, der sonstige nichtmotorisierte Individualverkehr, die Digitalisierung in der Mobilität, neue Mobilitätsformen wie Car-Sharing, Leih-Bikes, E-Mobilität, die jeweilige Infrastruktur, der Schülerverkehr usw. sollen konzeptionell überprüft und in Hennef neu aufgestellt werden. Dabei kann natürlich nicht nur der Radverkehr betrachtet werden. Er stellt aber einen wichtigen Baustein für eine neue Mobilitätsdefinition dar.

In Haushalt 2020 bis 2023 wurden insgesamt 300.000 EUR für die Erstellung eines solchen Konzeptes eingestellt. Fördermittel sollen abgerufen werden.

Dies macht deutlich, dass die CDU-Fraktion den Radverkehr in Hennef neu definieren wird. Und dies mit Unterstützung von Fachbüros und interessierten und engagierten Henneferinnen und Hennefern. Wir werden sicherlich nicht in kürzester Zeit alle Ideen umsetzen können, aber wir werden Schritt für Schritt den nicht motorisierten Individualverkehr verbessern und auf moderne Füße stellen.

 

Wird sich Ihre Partei für eine Radstation am Bahnhof einsetzen und wo soll diese entstehen?

Die Errichtung einer Radstation in Bahnhofsnähe ist bereits beschlossen worden. Die CDU hat sich ausdrücklich für die Errichtung einer Radstation am Bahnhof ausgesprochen. Aufgrund dessen hat unser Bürgermeister bereits bei seiner Haushaltseinbringung im Oktober 2019 für 2021 einen Betrag von 500.000 EUR für eine Radstation berücksichtigt. Eine solche Radstation wird übrigens gefördert. Sobald der neue Rat das ok gibt, sind die Fördermittelanträge zu stellen.

Wichtig ist allerdings, dass ein Betreiber für eine solche Radstation gefunden wird. Dies scheint mittlerweile möglich zu sein. Durch Vermittlung des ADFC konnte die CDU-Fraktion mit der SKM Rhein-Sieg Kontakt aufnehmen. Diese hat bereits eine Modellrechnung erstellt. Dies ist nunmehr von der Verwaltung final abzustimmen und die Realisierbarkeit zu überprüfen.

Die CDU Fraktion hat alternativ die Verwaltung gebeten, eine Nutzung im bestehenden P+R-Parkhaus zu prüfen. Da Bürger Bedenken an der Bebauung des Place le Pecq (Platz hinter dem Bahnhof) geäußert haben und diesen lieber so belassen wollten, wie er sich heute darstellt, wollten wir eine Alternative benennen.

Aus Sicht der Radfahrer wäre eine Radstation auf dem Place le Pecq sicherlich am komfortabelsten. Die Auswertungen der Stadtverwaltung gilt es zunächst abzuwarten. Aber eines ist sicher: Es wird eine Radstation am Hennefer Bahnhof geben.

 

Besteht Ihrer Meinung Bedarf für weitere Fahrrad-Abstellplätze im Hennefer Zentrum und in Uckerath?

Der Bedarf an weiteren Abstellplätzen in ganz Hennef und nicht nur im Zentrum und Uckerath ist sicherlich gegeben, wird aber auch laufend überprüft.

Einen besonderen Nachholbedarf sehen wir bei den E-Ladestationen für E-Bikes. Da die Anzahl der Nutzer von E-Bikes in den nächsten Jahren deutlich steigen wird, besteht hier dringender Handlungsbedarf. Aufgrund dessen hat die CDU-Fraktion die Erstellung eines gesamtstädtischen Konzeptes für E-Ladestationen nicht nur für KfZ sondern auch für E-Bikes beantragt. In Haushalt wurden hierfür Mittel eingestellt.

Gespräche mit Fachleuten aus dem Bereich der E-Ladeinfrastruktur haben gezeigt, dass man die Standorte für solche Abstellplätze mit Ladestation neu definieren muss. Zudem reicht es oft nicht, wenn man nur ein oder zwei Lademöglichkeiten vorsieht.

Als Beispiel soll der Biergarten an der Sieglinde in Weingartsgasse genannt sein. Dieser liegt am Siegtalradweg und wird in den Sommermonaten extrem stark von Radfahrern frequentiert. An solchen „Hotspots“ müssen unseres Erachtens Lademöglichkeiten geschaffen werden. Eben nicht nur in der Stadt oder an wenigen Orten. Dies gilt es konzeptionell anzugehen.

 

Wird Ihre Partei für die Frankfurter Straße und die Innenstadt einen Ringverkehr mit konsequenter Einbahnstraßenführung und Verwendung der freiwerdenden Verkehrsflächen für Fußgänger sowie Radfahrer unterstützen? Welche Alternativen sehen Sie stattdessen?

Es hört sich im ersten Moment für den Einen oder Andern nett an, wenn von einer Einbahnstraßenführung, einem City-Ring oder ähnliches für die Hennefer Innenstadt gesprochen wird. Allerdings muss man, wenn man eine verantwortungsvolle Politik für Alle machen will, alle Aspekte, positive wie negative betrachten.

Da die Frankfurter Straße eine Landstraße ist, ist der Landesbetrieb Straßenbau für diese zuständig und nicht die Stadt Hennef. Zudem müsste die Straße für eine vernünftige Nutzung komplett umgebaut werden. Der Landesbetrieb wird diese Kosten auskunftsgemäß nicht übernehmen. Die Kosten des Umbaus müssten nach den Regelungen des kommunalen Abgabengesetzes (KAG) in großen Teilen von den Anwohner und somit in Teilen auch von den Einzelhändlern tragen werden. Wir sprechen hier vermutlich von einem siebenstelligen Betrag. Viele Einzelhändler fürchten dann um Ihre Existenz. Dies darf nicht unbeachtet bleiben.

Zudem wird der Verkehr in der Mozart-, der Bahnhofs- und der Alten Ladestraße extrem zunehmen. Gerade im Bereich des Busbahnhofes und des Bahnhofes wird dies ggf. für die Fußgänger schwieriger werden. Auch diese Straßen sind für einen möglichen Ringverkehr nicht geeignet und müssten umgebaut werden.

Es ist zu bedenken, dass es in der Innenstadt nur zwei Straßen in Ost-West-Richtung gibt. Wenn diese beiden Straßenachsen für einen Ringverkehr genutzt würden, würde bei jeder Störung das Chaos ausbrechen, da es keine verkehrlichen Alternativen mehr gibt. Abgesehen davon können die Busse beispielsweise an der Kreuzung Alte Ladestraße/Frankfurter Straße nicht Richtung Hennef-Warth abbiegen, da der Straßenquerschnitt dieses nicht zulässt. Hierzu liegen Stellungnahmen von Fachbüros vor.

Und als letztes ist festzuhalten, dass bereits ein Verkehrsplanungsbüro auf Basis von Verkehrssimulationen bei unterschiedlichsten Verkehrsdichten eine solche Einbahnstraßenregelung untersucht hat. Dieses Büro hat dringend davon abgeraten. Eine Einbahnstraßenvariante ist verkehrlich nicht darstellbar. Auch eine solche fachliche Untersuchung kann nicht einfach ignoriert werden.

Wir haben hier nur einige wenige Punkte aufgeführt, da solche problematischen Fragen von den anderen Fraktionen seltsamerweise nie genannt werden.

Es bleibt aber festzuhalten, dass gerade für die Radfahrer die Situation auf der Frankfurter Straße schwierig ist. Dieses muss fachlich untersucht werden, ohne reflexartig auf eine Einbahnstraßenregelung zu springen. Dafür wurde auf Antrag der CDU Mittel in den Haushalt eingestellt, da wir hier einen Handlungsbedarf sehen.

 

Unterstützt Ihre Partei die Ausweisung weiterer Fahrradstraßen u.a. die Kurhausstraße als bedeutende Nord-Süd Verbindung?

Die CDU-Fraktion befürwortet die Einrichtung von Fahrradstraßen dort, wo diese sinnvoll und nach den straßenverkehrsrechtlichen Regelungen möglich sind. Hier gibt es allerdings Restriktionen, die zu beachten sind.

In dem Antrag der CDU zur Erstellung des gesamtstädtischen nachhaltigen Mobilitätskonzeptes haben wir die Überprüfung aller Radstrecken als einen von vielen Punkten aufgenommen. Die Prüfung der Umsetzung weiterer Fahrradstraßen in Hennef ist hier ein wichtiger Punkt.

Im Rahmen der Planungswerkstatt „autofreier Schulcampus“ haben die Verkehrsplaner zum Beispiel eine Fahrradstraße in der Königsstraße vorgeschlagen. Da aufgrund der Corona-Pandemie diese Planungswerkstatt unterbrochen wurde, steht die Überprüfung und die Abstimmung mit den Beteiligten, den Schulen und den Anwohnern noch aus. Es zeigt aber, dass wir hier in Hennef auf einen guten und spannenden Weg sind.

Übrigens: Die beiden in Hennef bestehenden Fahrradstraßen wurden auf Initiative der Jungen Union oder des CDU Ratsmitgliedes Peter Ehrenberg angestoßen.

 

Wie können die vom ADFC vorgeschlagenen Radpendlerrouten von Hennef nach Uckerath und Happerschoß / Heisterschoß möglichst rasch realisiert werden?

Radpendlerrouten sind ein sehr gutes Instrumentarium, um sichere Radverbindungen zu schaffen. Auch hier wird das neue Mobilitätskonzept und die damit einhergehende Erstellung eines neuen Radwegekonzeptes eine wichtige Rolle spielen.

Die CDU Fraktion hat vor rund einem Jahr den Bau eines Radschnellweges von Uckerath über Hennef nach Siegburg beantragt. Dabei war uns natürlich bewusst, dass die Kriterien für einen Radschnellweg nicht erfüllt wurden. Aber wir wollten die Idee eines neuen Radweges entlang der B 8 von Hennef nach Uckerath einfordern und die Machbarkeit prüfen lassen. Wir sind davon überzeugt, dass solche neuen Radverbindungen, die ausschließlich dem Radverkehr gewidmet sind, einen hohen Nutzen erzielen.

Sollte sich zeitnah eine solche neue Radverbindung nicht realisieren lassen, und dies wird leider so sein, sind alternative Strecken von Hennef nach Uckerath und zurück zu prüfen und ggf. umzusetzen.

Die Radpendlerroute von Hennef nach Happerschoß/Heisterschoß über den Rennersberg halten wir für gut und haben im Rahmen der Haushaltsberatungen, auch in Abstimmung mit dem Vorsitzenden des ADFC Hennef, die Instandsetzung der Fahrbahn und die anschließende Beschilderung beantragt. Allerdings haben im Bauausschuss alle Mitglieder die begrenzten Mittel für die Straßeninstandsetzungen anders eingesetzt, sodass eine Sanierung der Fahrbahn des Rennersberg erst später erfolgen kann.

Wir möchten betonen, dass mit dem neuen Radverkehrskonzept zwingend auch das bestehende städtische und regionale Radwegenetz überprüft werden muss. Lücken sind zu schließen und die Möglichkeiten einer stärkeren Vernetzung dieses Radwegenetzes aufzuzeigen.

 

Wo wird Ihre Partei sichere Radrouten zu Schulen schaffen oder die bestehenden verbessern?

Die CDU-Fraktion hat im letzten Jahr die Prüfung eines „autofreien Schulcampus“ in der Fritz-Jacobi-Straße beantragt. Es freut uns, dass die anderen Parteien dieser Idee folgen. Mit der Planungswerkstatt „autofreier Schulcampus“ wurden die Schulen, die Anwohner, die Sportvereine, die Lehrer, die Schüler etc. aus dem ganzen Bereich frühzeitig mit eingebunden. Ideen über die Abbindung der Fritz-Jacobi-Straße zu den Schulzeiten, die Schaffung von sicheren Wegeverbindungen im Campus und darüber hinaus, die Bündelung des parkenden KfZ-Verkehrs in einem zentralen Parkhaus, die Optimierung von Radabstellplätzen an eigenen „Radstationen“, die Einrichtung einer Fahrradstraße in der Königstraße bei gleichzeitiger Freigabe des KfZ-Verkehrs und vieles Mehr wird gerade mit allen Beteiligten intensiv diskutiert.

Es tut sich somit an dieser Stelle einiges in Sachen Sicherheit zu und an den Schulen.

Mit im Fokus ist auch der „Campus Wehrstraße“. Erste Analysen liegen hier vor. Auch hier wird die Frage der Schulwegsicherung auch für die Rad fahrenden Schülerinnen und Schüler untersucht und betrachtet.

Die CDU-Fraktion hat die Überprüfung und die Neukonzeptionierung an den Schulen angestoßen und wir werden jede Verbesserung in diesen Bereichen unterstützen.

 

Bei der Stadt Hennef gibt es keinen konkret zuständigen Ansprechpartner für den Radverkehr – wie wollen Sie das ändern?

Im Planungsamt der Stadt gibt es mit der Mobilitätsmanagerin Frau Münch eine konkrete Ansprechpartnerin. Mit der Erarbeitung des gesamtstädtischen Mobilitätskonzeptes, in dem der Radverkehr mit allen Belangen sicherlich eine herausragende Rolle spielen wird, wird auch die Bedeutung einer Mobilitätsmanagerin und deren Aufgabenspektrum zunehmen.

Allerdings wird sich das Mobilitätskonzept mit allen Formen der Mobilität beschäftigen und nicht ausschließlich den Radverkehr untersuchen. Inwiefern eine Aufstockung der Stellen für den Bereich Mobilität erforderlich werden, kann jetzt noch nicht abgesehen werden.

Die CDU-Fraktion wird übrigens im neuen Rat einen eigenen Mobilitätsausschuss einfordern. Bisher wird das Thema „Verkehr“ im Planungs- und Verkehrsausschuss behandelt. Wir vertreten die Ansicht, dass sich in Zukunft der Planungsausschuss nicht mehr mit den Verkehrsfragen beschäftigen sollte. Durch die Erstellung des Mobilitätskonzeptes, die Diskussionen über Veränderungen in der Mobilität und der größeren Bedeutung auch des Radverkehrs sowohl in der Stadt als auch in den Dörfern ist eine größere Gewichtung auch in der fachlichen Arbeit vorzunehmen. Ein eigener Mobilitätsausschuss kann diesem Gedanken gerecht werden.

 

Welche Ideen hat Ihre Partei für eine verbesserte Verknüpfung von ÖPNV (Bus und Bahn) und Radverkehr?

Zurzeit werden vom Nahverkehrsverbund Rheinland sogenannte Mobilstationen geprüft und eingerichtet. Dies gilt auch für die Stadt Hennef. Am Hennefer Bahnhof wird mit der Radstation, den neu zu schaffenden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, die Schaffung oder Verbesserung der E-Ladeinfrastruktur und die bestehende Schnittstelle zum Bahnhof und Busbahnhof eine zentrale Mobilitätsstation entstehen. Somit kann hier eine deutliche bessere Verknüpfung von ÖPNV und Radverkehr erfolgen.

Zudem werden im Rahmen des neuen Mobilitätskonzeptes auch die Schnittstellen zwischen den einzelnen Mobilitätsformen und eben insbesondere der nichtmotorisierte Individualverkehr betrachtet.

Unseres Erachtens sollte dabei die stärkere Nutzung von Leihrädern mit betrachtet werden. Wer mit dem ÖPNV nach Hennef kommt, könnte so die letzte Strecke sehr gut mit dem Leihrad zurücklegen. In anderen Kommunen hat sich dieses bewährt. Die Einrichtung eines Leihrad-Systems ist in Hennef gerade in der Vorbereitung.

Übrigens darf man in dem Zusammenhang nicht vergessen, dass auch Jugendliche und Kinder gemeinsam mit ihren Eltern dann auf solche Leihsysteme zurückgreifen möchten. Leihräder für diese Altersklassen werden aber meist gar nicht vorgehalten.

Die Ausstattung der Busse mit Fahrradträgern wird gerade von der RSVG verstärkt umgesetzt. Dies gilt es weiter im Focus zu haben.

 

Wo hält Ihre Partei konkret die rotflächige Markierung von Radwegen und die Einrichtung von geschützten Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) für erforderlich?

Der Einsatz von rotflächigen Markierungen sollte nur dort eingesetzt werden, wo die verkehrliche Situation für die Radfahrer sehr problematisch ist. Hier gilt es, sich solche Kreuzungen anzuschauen und im Einzelfall über eine rotflächige Markierung zu entscheiden.

Sogenannte Protectes Bike Lanes werden wohl für Hennef nicht in Frage kommen, denn hierfür müssen an bestehenden Straßen eigene abgetrennte Radsturen eingerichtet werden. Hierfür fehlt in Hennef die notwendige Infrastruktur.

 

Wird für Ihre Partei den Radtourismus in Hennef fördern und wenn ja, auf welche Weise? Gehört die Asphaltierung des Sieg-Radweges vor und hinter dem Bahnübergang Auel sowie die Aufhebung der Umleitung bei Chronos auch dazu?

Den Tourismus in unserer Region und somit auch des Radtourismus zu fördern, ist natürlich selbstverständlich. Die Stadt Hennef hat ein eigenes Tourismusbüro, nimmt an entsprechenden Ausstellungen und Messen teil. Der Siegsteig zieht eine recht große Anzahl von Wanderern in unsere Region und dies gilt es auch für den Radtourismus anzustreben.

Mit der Regionale 2025 wird übrigens der Bereich der ehemaligen Bröltalbahn als Bahntrassen-Radweg ausgebaut werden. Der Rhein-Sieg-Kreis erstellt hier eine Machbarkeitsstudie.

Zudem wird mit dem Handlungskonzept Stadt Blankenberg auch dieser Bereich aus Sicht der touristischen Radverkehrserschließung neu definiert. Es tut sich also einiges in der Stadt.

Der Bahnübergang in Auel wird von der Bahn technisch erneuert. Hierzu gehören auch neue Befestigungen der neuen Zufahrten an den Bahnübergang. Eine entsprechende Information hat die Politik von Seiten der Stadtverwaltung erhalten.

Die Umleitung beim Chronos war mehrmals Thema im Fachausschuss. Da die Stahlkonstruktion bei Regen sehr rutschig ist, hat es hier auskunftsgemäß bereits einige Umfälle von Radfahrern gegeben. Wenn es an dieser Stelle keine andere technische Lösung gibt und hierbei ist der dortige Hochwasserschutz zu beachten, ist eine Umfahrung zumutbar. Nicht jeder Radfahrer kann die Situation dort problemlos meistern und nicht jeder Radfahrer ist ein sicherer Radfahrer. Hier geht die Sicherheit aller Radfahrer vor.

 

Welche Bedeutung hat für Ihre Partei die Mitgliedschaft von Hennef in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte in NRW (AGFS)?

Unseres Wissens ist der Rhein-Sieg-Kreis Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft. Als kreisangehörige Kommune kann Hennef mittelbar diese Mitgliedschaft nutzen. Das eine eigene Mitgliedschaft einen größeren Nutzen mit sich bringen würde, sehen wir aktuell nicht. Man sollte dieses aber regelmäßig hinterfragen.

 

Welche konkreten Neubaumaßnahmen von Radwegen und Lückenschlüssen hält Ihre Partei für die kommende Wahlperiode für wichtig und umsetzbar?

Im Rahmen des neuen Radverkehrskonzeptes, welches im Rahmen des durch die CDU auf den Weg gebrachten Mobilitätskonzeptes erstellt wird, sind die Lücken im Radwegenetz aufzuzeigen. Hier werden der ADFC und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger gefragt sein. Denn die Erarbeitung des Konzeptes soll die Einbindung der Henneferinnen und Hennefer, soweit diese dies wünschen, oder auch des ADFC vorsehen. So hat es zumindest die CDU beantragt.

Ein aktueller konkreter Lückenschluss ist sicherlich die Fertigstellung des Horstmannsteges zwischen Hennef und Allner. Zudem fordern wir seit langem den Radweg zwischen Allner und Müschmühle. Der Kreis als zuständiger Straßenbaulastträger hat den Neubau für 2022/2023 vorgesehen.

Weitere Lückenschlüsse, die in der Planung des Kreises vorgesehen sind, ist der neue Radweg zwischen Westerhausen und Kurscheid. Dies sind nur wenige Beispiele, die es anzupacken gilt.

 

Wo wird Ihre Partei zusätzliche Strecken mit einem Tempolimit von 30 km/h versehen, um die Geschwindigkeiten von Kfz und Radfahrenden zu harmonisieren?

Die CDU hat in Ihrem kommunalpolitischen Programm den Leitgedanken formuliert, dass in innerstädtischen Bereichen, also überall dort, wo mehrere Verkehrsteilnehmer sich den gleichen Straßenraum teilen, Fußgänger und Schüler die Straßen queren oder ggf. auch noch parkende Fahrzeuge sich im Straßenraum befinden, die Geschwindigkeit grundsätzlich reduziert werden soll. Das wird mit den zuständigen Straßenverkehrsbehörden nicht immer funktionieren, da die Regelungen dieses oft nicht ermöglichen.

Aber das Sicherheitsgefühl der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer muss eine höhere Bedeutung erhalten. Es ist unseres Erachtens nicht schlimm, wenn man in innerstädtischen Bereichen als Autofahrer mal einen Gang zurückschaltet.

Die CDU Fraktion hatte ja die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h auf der Frankfurter Straße beantragt, nachdem sich die verkehrliche und somit auch rechtliche Situation dort geändert hat. Die Radfahrer müssen nunmehr die Fahrbahn benutzen. Die Herabsetzung der Geschwindigkeit war somit zwingend geboten.

Aktuell liegt der Verwaltung ein Antrag unserer Fraktion vor, dass die zeitliche Begrenzung der 30 km/h auf der Frankfurter Straße und den umliegenden Straßen aufgehoben wird. Die Sicherheit der Radfahrer hat rund um die Uhr eine hohe Bedeutung. Wir wollen zudem die Mozartstraße in diese Regelung mit einbinden.

Einen Schritt weiter sind wir bei der Bonner Straße. Hier werden aktuell Straßenabschnitte umgebaut und die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert.

Gemäß unserer Forderung, in allen Wohnbereichen die Geschwindigkeit zu reduzieren, müssten alle Straßen, bei denen dies noch nicht der Fall ist, überprüft werden. So zum Beispiel auch die Schützenstraße oder die Stoßdorfer Straße.

Zebrastreifen auf der Bonner Straße – Versprochen und gehalten!

12. August 2020 in Meldungen

Auf der Kurhausstraße kehrt wieder Ruhe ein. Nachdem der Verkehr auf der Bonner Straße zur Hälfte über die Kurhausstraße umgeleitet werden musste, ist die Einbahnstraßenregelung gestern wieder aufgehoben worden. So wie versprochen, wurden die Arbeiten vor dem Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen. Besonders für die Schülerinnen und Schüler ist dies wichtig, denn nun können sie auf dem Weg zur Schule wieder wie gewohnt über die Kurhausstraße fahren.

„Wir haben in den letzten sechs Wochen auf der Mittel, Humperdinck- und der Kurhausstraße viel Lärmbelastung hinnehmen müssen“, erklären Markus Kania, Ratskandidat im Wahlbezirk Blocksberg/ Zentrum Süd und Christoph Laudan, Ratskandidat für die Untere Warth/ Mitte.

„In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ist es gelungen, zum einen die gefährlichen Punkte auf der Kurhausstraße durch zusätzliche Beschilderung und eine geschwindigkeitsmessende Warntafel zu entschärfen und zum anderen die Lärmbelästigung durch die klappernden Kanaldeckel in weiten Teilen zu beseitigen. Trotzdem sind wir froh, dass die Zeit des zusätzlichen Verkehrs nun erst einmal vorbei ist. In diesem Zuge möchte ich mich für die schnelle und unbürokratische Unterstützung der Verwaltung bedanken. Aus meiner Sicht ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von Bürgern und Verwaltung!“

Verbesserungen in der Kurhausstraße

„Die Mehrbelastungen waren unumgänglich, da die Stadt auf der Bonner Straße zwei neue Querungshilfen errichtet hat und eine vorhandene umbaute. Damit wurde ein Teil der Forderungen der CDU-Hennef umgesetzt.“, ergänzt Christoph Laudan.

„Zudem haben die letzten drei Wochen gezeigt, dass niemand mit 50 km/h von West nach Ost durch Hennef brausen muss. Es geht auch mit 30km/h. Dies bestärkt uns in dem Ansinnen, auch auf der Bonnerstraße durchgehend die 30 km/h zu fordern. Die Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger muss im Mittelpunkt stehen. Insbesondere die Fußgänger sind zu schützen, denn sie sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. 30 km/h sind mehr als genug auch für die Bonner Straße“, betont Markus Kania.

Neuer Zebrastreifen auf der Bonner Straße